Aromatherapie – die Möglichkeiten der traditionellen Heilpraktik

Düfte beeinflussen Körper, Geist und Seele. Eine Welt ohne Düfte wäre unvorstellbar. Eine der ältesten Therapieformen der Welt ist die Behandlung mit duftenden Pflanzenstoffen. Die Möglichkeiten der Aromatherapie sind sehr vielfältig, so können durch ihren Einsatz unter anderem Schlafstörungen, Ängste oder Konzentrationsprobleme verbessert werden. Auch Hebammen setzen die Aromatherapie an, um die Geburt zu erleichtern.

Was genau Aromatherapie ist, wie man sie zuhause anwenden kann und welche Duftstoffe für welchen Zweck eingesetzt werden können, liest du in diesem Blog!

Alte Rituale mit natürlichen Düften

Bereits vor mehreren tausend Jahren haben viele Kulturen Räucherungen mit getrockneten Gräsern, Pflanzen oder Früchten durchgeführt. Diese Rituale dienten als Opfer für die Götter, zur Reinigung des Körpers aber auch zur Behandlung von Krankheiten. Ägyptische Priester stellten zum Beispiel Räucherkerzen, Salben und Pulver her. Zur Einbalsamierung der Toten verwendeten sie ebenfalls ätherische Öle. Auch im altindischen Ayurveda sind bereits medizinische Anwendungen mit ätherischen Ölen durchgeführt worden.

Weihrauch

Bei Arabern, Griechen und Römer erlebte der Gebrauch aromatischer Stoffe einen grossen Aufschwung. Neben der Anwendung der Duftstoffe für Parfüms oder Körperölen wurden ätherische Öle bereits sehr gezielt in der Medizin eingesetzt. Aus dieser Zeitepoche existieren eine ganze Reihe von Schriften, in der verschiedenen Duftstoffen spezifische Heilwirkungen zugesprochen werden.

Viele Ärzte Europas wurden von dem englischen Arzt und Astrologen Nicholas Culpeper (1614 – 1654) beeinflusst, dessen Veröffentlichungen über die Anwendung duftender Pflanzenstoffe zu Heilzwecken sich grosser Beliebtheit erfreuten.

Wie werden ätherische Öle hergestellt?

Wer das Buch “das Parfum” von Patrick Süskind gelesen hat, kennt die häufigste Herstellungsmethode zur Gewinnung ätherischer Öle: die Wasserdampfdestillation. Hier werden die Pflanzen über Wasserdampf erhitzt, wodurch die Duftstoffe in einen zweiten, abgekühlten Kessel (Florentiner Topf) transportiert werden. In diesem Florentiner Topf werden die gewonnenen ätherischen Öle nun tropfenweise aufgefangen.

Parfum

Eine andere Methode ist die Kaltpressung, welche oft bei Zitrusfrüchten angewendet wird. Mit speziellen Maschinen werden die Fruchtschalen, in denen sich das ätherische Öl befindet, geritzt, gepresst und zentrifugiert. Durch diese Zentrifugierung eines Öl-Wasser-Gemisches werden die ätherischen Öle gewonnen.

Eine dritte Technik ist die Enfleurage, ebenfalls behandelt in “das Parfum”. Dabei handelt es sich um die älteste, aufwändigste und kostenintensivste Destillationsmethode zur Gewinnung ätherischer Öle, die heute kaum noch angewandt wird. Speziell Blumendüfte wie Jasmin, Rose oder Veilchen eignet sich diese Herstellungsart sehr gut.

Schweineschmalz, Kokosfett, Sheabutter oder Palmöl wird 1-2 cm dick auf Glasscheiben aufgestrichen. Darauf werden die Blüten gelegt, welche etwa jeden zweiten Tag durch neue Blüten ersetzt werden. Innerhalb von 1-2 Monaten hat das Fett dann den Blütenduft aufgenommen. Ist es so weit, wird dieses mit Alkohol aufgelöst. Anschließend erfolgt die Trennung des Alkohols von den Blütenessenzen.

So kreierst du den perfekten Duft zuhause

Die einfachste und wohl beliebteste Art ätherische Öle einzusetzen, ist das Verdampfen in der Aromalampe. Die Schale wird zuerst mit Wasser gefüllt, danach fügst du einfach ein paar Tropfen des ätherischen Öls hinzu. Die Wasser-Öl-Mischung wird erhitzt und verdunstet. Die Moleküle erreichen über die Nase unser Gehirn, von wo aus sie zum Beispiel unsere Emotionen positiv beeinflussen können.

Ätherische Öle

In der Regel nimmt man 5-10 Tropfen des ätherischen Öls, aber zum Beispiel Zitrusdüfte benötigen eine höhere Dosierung da sie flüchtiger sind als andere Düfte. Bei stark konzentrierten Ölen wie Cistrose, Patchouli oder Vetiver genügen hingegen 1-2 Tropfen, da sonst Kopfschmerzen oder Übelkeit entstehen kann.

Wenn du wortwörtlich in deinen Lieblingsduft eintauchen möchtest, kannst du auch ein entspannendes Aromabad nehmen. Dazu gibst du einige Tropfen von den gewünschten ätherischen Ölen in deine vollgelaufene Badewanne. Da die Öle schlecht wasserlöslich sind, solltest du sie immer mit einer Trägerlösung mischen. Dazu löst du die Essenzen in einigen Esslöffeln Sahne, einem Teelöffel Honig, einigen Esslöffeln oder fettem Pflanzenöl auf. Perfekt ist ein solches Aromabad in Kombination mit Bittersalz: maximale Entspannung und Detox in einem!

Eine andere, sehr angenehme Art der Aromatherapie sind Massagen mit ätherischen Ölen. Der Duft und die Berührungen entspannen und unterstützen die heilende Wirkung der Essenzen. Die ätherischen Öle werden dabei nicht pur auf dem Körper verwendet sondern mit einem Trägermedium wie Mandel- oder Jojobaöl verwendet. Zur Herstellung des eigenen Massageöls werden zu 100 ml Trägeröl 10 – 15 Tropfen ätherisches Öl beigegeben.

Zu beachten: Bei der Anwendung der Aromatherapie für Schwangere oder Kleinkinder ist besondere Vorsicht geboten. Auch Epileptiker, Allergiker oder Menschen mit Atemwegserkrankungen holen sich besser vorher ärztlichen Rat ein. Ausserdem ist es wichtig, ein hochwertiges Öl für die Aromatherapie zu verwenden. Wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Reinheit. Achte dich darauf, dass es sich um ein 100% reines ätherisches Öl handelt.

Liste der Heilwirkungen ätherischer Öle

Wie können Angst, Kopfschmerzen oder Erkältungen behandelt werden? Wir haben für dich eine Auswahl an Symptomen und die passenden Öle zur Besserung gesammelt. Du kannst die einzelnen ätherischen Öle entweder einzeln oder in Kombination verwenden.

Lavendel

Allergien

Angelikawurzel, Kamille blau, römische Kamille,Lavendel, Ylang-Ylang

Angst

Römische Kamille, Bergamotte, Lavendel, Rosenholz, Mandarine, Melisse

Akne

Teebaumöl, Bergamotte, Zeder, Zypresse, Cistrose, Myrte, Manuka, Zitrone

Blähungen

Anis, Koriandersamen, Fenchel, Majoran

Blutdruck hoch

Ylang-Ylang, Lavendel, Rose, Jasmin, Melisse

Blutdruck niedrig

Lemongras, Salbei, Fichte, Zypresse, Zeder

Depression

Bergamotte, Schafgarbe, Angelikawurzel, Orange, Kamille römisch, Ylang-Ylang

Erkältung

Fichte, Ravintsara, Manuka, Eukalyptus, Cajeput, Myrte, Latschenkiefer

Fieber

Kamille römisch, Kamille blau, Lavendel,Eukalyptus, Ravintsara, Thymian ct. Thymol

Grippe

Ravintsara, Fichte, Latschenkiefer, Pfefferminze, Myrte, Eukalyptus

Halsschmerzen

Manuka, Teebaumöl, Bergamotte, Rosengeranie, Zitrone, Ravintsara, Myrrhe

Kopfschmerzen

Pfefferminze, Kamille römisch, Melisse, Lavendel, Neroli, Muskatellersalbei

Konzentration

Lemongras, Pfefferminze, Nanaminze, Zitrone

Meditation

Weihrauch, Bergamotte, Jasmin, Rose, Muskatellersalbei, Myrrhe, Rosenholz

Schlafstörungen

Römische Kamille, Lavendel, Zirbelkiefer, Mandarine, Melisse, Ylang-Ylang

Selbstvertrauen

Zeder, Zypresse, Bergamotte, Sandelholz, Thymian ct. Thymol, Grapefruit

Stress

Bergamotte, Schafgarbe, römische Kamille, Rosengeranie, Lavendel, Rosenholz

Traurigkeit

Rosenholz, Zeder, Grapefruit, Rose, Lavendel, Bergamotte, Neroli

Übelkeit

Pfefferminze, Grapefruit

Wir wünschen dir ganz viel Spass beim Stöbern und Schnuppern in der grossen Auswahl an ätherischen Ölen auf kaia.ch. Beliebte Marken wie Farfalla und Berglandbieten bieten reine ätherische Öle, bereits fertige Duftmischungen oder Badeöle an.

Und was behandelst du mittels Aromatherapie? Teile uns deine Erfahrungen in den Kommentaren mit!

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