Die Kraft der Natur: Natürlich bessere Kosmetik!

Wir achten uns im Alltag immer mehr auf Labels wie bio, fairtrade oder FSC. Die Banane ist fairtrade und unsere Wasserflasche frei von Weichmachern. “Du bist, was du isst”, das weiß mittlerweile jeder.  Aber was ist mit unserem Äußeren? Bei der Pflege unserer Haut, Haare oder Nägel gerät häufig in Vergessenheit, wie wichtig uns die Qualität unserer Produkte ist. Hast du dich schon einmal darauf geachtet, welche Inhaltsstoffe in deinem Duschgel enthalten sind? Wurde deine Mascara zuvor an Tieren getestet? Was heisst Naturkosmetik?

Warum wir statt Chemie unsere empfindliche Haut mit natürlichen Inhaltsstoffen wie südafrikanische Mittagsblume oder der Acai-Frucht verwöhnen sollten, liest du in diesem Blogbeitrag.

Hand

So wird unsere Haut täglich von chemischen Stoffen strapaziert

Chemische und synthetische Inhaltsstoffe in herkömmlichen Beautyprodukten schaden unserer Haut mehr, als uns bewusst ist. Jährlich reagieren gemäss dem Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) bis zu 80’000 Menschen allergisch gegen Inhaltsstoffe in ihren Kosmetikprodukten.

Methylparaben, Ethylhexyl Methoxycinnamate oder Aluminum Silicate – wer nicht Biochemie studiert hat, wird mit diesen Stoffen herzlich wenig anfangen können.

Hier eine Auswahl an schädlichen Stoffen, wofür sie gebraucht werden und welche Schäden sie anrichten können.

Parabene

Werden in Gesichtscremes, Körperlotionen oder Lippenstiften verwendet. Parabene sind künstliche Konservierungsstoffe und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Häufige Bezeichnungen: Ethylparaben, Methylparaben, Propylparaben

Sodium Lauryl Sulflate

SeifeWird in Shampoos und Duschgels verwendet und ist stark entfettende Schaumbildner. Es ist umstritten, ob der Stoff sich in den Organen ablagert und deshalb Langzeitschäden entstehen können. Sicher ist SLS, dass oft der Grund für Hautreizungen und Allergien ist.

Silikone

Werden vor allem in Shampoos verwendet und legen sich als Film über das Haar und lassen es glänzend aussehen. Unter dem Abfallprodukt der Mineralölindustrie wird das Haar allerdings spröde und brüchig. Außerdem wird auch die Kopfhaut “versiegelt”, was verhindert dass die Haut Gifte ausleiten kann.

Häufige Bezeichnungen: enden mit -oxane, -cone und -conol

Mineralöle

BodylotionWerden in Seifen, Hautcremes oder Körperlotionen verwendet. Wie die Silikone bildet Mineralöl eine Film auf der Haut und verhindert, dass die Haut atmen kann.

Häufige Bezeichnungen: Cera Microcristallina, Ceresin, Mineralöl, Microcrystalline, Ozokerit, Paraffinum Liquidum, Petrolatum

Oxybenzone

Werden in Sonnenschutzmitteln als UV-Schutz verwendet. Die Substanz gilt als allergieauslösend und krebserregend, weil es über die Haut in den Körper gelangt und dort zu Hormonstörungen führt und Zellschädigungen verursacht.

Häufige Bezeichnungen: Oxybenzone, Benzophenone 3, Butyl Methoxydibenzoylmethane, Dibenzoylmethane

Diese Liste ist nicht abschliessend. Wenn du dich jedoch vertiefter über die einzelnen Stoffe informieren willst, empfehlen wir dir die Seite kosmetik-check. Dort findest du noch viele weitere Stoffe und Informationen über ihre möglichen Auswirkungen.

Angestaubtes Image der Naturkosmetik

Bereits vor ungefähr 100 Jahren haben Branchen-Pioniere die ersten Naturkosmetik-Produkte auf den Markt gebracht. Dennoch haben in den letzten Jahrzehnten viele selber zum Mörser gegriffen und sich ihre Tiegel und Töpfchen selber gemischt.

MörtelNoch vor einigen Jahren litt das Ansehen der Naturkosmetik unter einem etwas angestaubten Image, da die Produkte oftmals nicht auf den modernen Konsumenten abgestimmt waren. Mittlerweile haben die Hersteller aber die Bedürfnisse der Konsumenten nach natürlichen und dennoch modernen Produkten erkannt, wodurch die Naturkosmetik momentan einen regelrechten Hype erlebt. 

Ein Punkt jedoch, der Misstrauen schafft: wie kann ein unbehandeltes Naturprodukt ohne künstliche Konservierungsstoffe hygienisch sein?

Die Lösung sind natürliche Konservierungsstoffe. Alkoholische Pflanzenauszüge verhindern zum Beispiel die Verkeimung. Dabei werden solch geringe Dosen an Alkohol verwendet, dass sie rasch verdunsten und deiner Haut keinen Schaden zufügen.

Die Gewinnung der Wirkstoffe ist sehr aufwändig und muss oft von Hand getätigt werden, das rechtfertigt auch den oft etwas teureren Preis.  

Verpackung, die Gutes tut

Einige Naturkosmetik-Produzenten gehen einen Schritt weiter und wollen nebst uns Menschen auch noch unserer Umwelt etwas Gutes tun. Sie haben deshalb Cradle to Cradle® („Von der Wiege bis zur Wiege“) adaptiert.

Anstatt den Zyklus eines Produktes mit der Entsorgung der Verpackung zu beenden, sieht dieses Konzept vor, dass die Verpackung für etwas anderes wiederverwendet werden kann. So entsteht ein potentiell unendlicher, umweltschonender Kreislauf. Damit das Konzept aufgeht, müssen Cradle to Cradle® -Produkte von Anfang an im Hinblick auf ihren gesamten Lebenszyklus entwickelt werden.

Mehr über die Erfindung des deutschen Chemikers Prof. Dr. Michael Braungart und dem amerikanischen Architekten William McDonough findest du auf der EPEA-Website.

Superkräfte aus der Natur

Naturkosmetik-Produkte werden oft unterschätzt und die Angst, dass es in der Übergangsphase von chemischen Produkten zu natürlichen Stoffen zu unschönen Nebenwirkungen kommt, verbreitet. 

SeifeVor allem die Haare bereiten Sorgen, da sobald keine Silikone mehr angehäuft werden, die Illusion entsteht, man habe ganz plötzlich sprödes Haar.  Tatsächlich kommt aber nur dein Haar, wie es von den Silikonen geschwächt wurde, zum Vorschein. Du kannst dem sehr gut entgegenwirken indem du dein Haar intensiv pflegst, zum Beispiel mit pflegendem Shampoo, Haaröl und einer wöchentlichen Intensivmaske.

Für deine Haut gibt es ebenfalls spezielle Pflege für jedes Bedürfnis. Neigst du zu trockener Haut, dann hilft dir eine Feuchtigkeitscreme zum Beispiel mit Aloe Vera und Acai-Beere. Bei Pickeln gibt es Anti-Pickel-Gels mit Minze oder Teebaumöl die Abhilfe schaffen.

Natürliche ZutatenWusstest du ausserdem, dass Gurkensamenöl sowohl bei trockener als auch bei leicht fettender Haut eine ideale Wirkung hat? Oder dass Ylangblütenwasser ein wahres Multitalent ist? Das Blütenwasser kann sowohl für die Aromatherapie bei Stress als auch als klärendes Gesichtswasser bei Mischhaut eingesetzt werden! Auf Kaia.ch gibt es unzählige Naturkosmetik-Produkte zu entdecken.

Empfehlenswerte Labels

Welche Stoffe gemieden werden sollten wurde bereits angesprochen, aber wie kannst du erkennen, ob ein Produkt tatsächlich so natürlich ist, wie seine Verpackung verspricht? Die zweite Liste für heute, diesmal mit empfehlenswerten Labels:

Natrue

NatrueProdukte enthalten keine chemischen Stoffe und wurden nachhaltig produziert.

Vegane Blume

Vegane BlumeProdukte enthalten keinerlei Tierbestandteile, keine tierischen Nebenprodukte oder aus Tieren gewonnene Rohstoffe im Endprodukt.

BDIH

BDIHProdukte wurden kontrolliert biologisch angebaut.

ECOCERT

EcocertFair-Trade-konforme Produkte aus ökologischem Anbau.

 

Wie bei allen Veränderungen im Leben raten wir dir, es langsam anzugehen und dich selber zu beobachten. Jeder Körper ist einzigartig und passt sich in einem anderen Tempo an Veränderungen an. Auf jeden Fall wird er dir für den Verzicht auf Chemie dankbar sein!

Du musst übrigens auch nicht gleich alle nicht-natürlichen Produkte wegschmeissen, das würde nur für unnötigen Produkt-waste sorgen.

Hast du bereits zu Naturkosmetik gewechselt oder haben wir etwas Wichtiges vergessen zu erwähnen? Lass uns dein Feedback in den Kommentaren da!

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