12. März 2020

Eine Japanische Teezeremonie erleben

Die Teezeremonie in Japan ist tief mit der japanischen Geschichte verbunden und für Japaner etwas ganz Besonderes. Die Feier findet grundsätzlich in Teehäusern statt und es dreht sich alles um die korrekte und rituelle Teezubereitung, das gemeinsame Teetrinken und eine gewisse Form der Wertschätzung. Was genau eine japanische Teezeremonie eigentlich ist, wie sie gefeiert wird und welche Regeln dabei beachtet werden müssen, erfährst du hier!

Teeutensilien für eine Teezeremonie

Was genau ist eine japanische Teezeremonie?

Die Regeln und der Ablauf der Teezeremonie, die in Japan als “Chanoyu” bezeichnet wird, sollen sich auf das gesamte Alltagsverhalten auswirken.

Ziel ist es, die vier Prinzipien des Teewegs (Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille) in das Leben zu integrieren. Während der Teezeremonie wird Harmonie mit der Teezubereitung symbolisiert. Der Respekt bezieht sich hauptsächlich auf die Gäste und den Gastgeber, jedoch auch auf die Teeutensilien selbst. Reinheit ist das wichtigste Element der Zeremonie, wobei es sich vor allem um die innere und spirituelle Reinigung des Geistes dreht. Die Stille wird mit der inneren Ruhe symbolisiert. Hierbei handelt es sich aber weniger um ein Schweigen, sondern sich gemeinsam mit den anderen Gästen von Stress und Unruhe zu befreien.

Wie läuft eine japanische Teezeremonie ab?

Teezeremonie in Japan

Natürlich variiert der Ablauf einer formalen Teezeremonie zwischen den verschiedenen Teehäusern und Schulen. Jedoch findet man grundsätzlich folgende Schritte wieder:

  1. Der erste Teil der Zeremonie beginnt mit dem Weg durch den Garten, der auch als “erste Stufe der Erleuchtung” bezeichnet wird. Hierbei sollen sich die Gäste vom stressigen Alltag befreien und sich auf die Zeremonie vorbereiten.
  2. Bevor man in das Teehaus eintreten darf, muss man sich in einem Wasserbecken erstmals die Hände und den Mund waschen und sich so vom Bösen und Schlechten befreien.
  3. Im Inneren werden den Gästen dann kleine süsse Speisen serviert, die dem bitteren Teegeschmack entgegenwirken sollen. Dieser Vorgang wird “Kaiseki” genannt.
  4. Anschliessend fordert der Teemeister die Gäste mit einem Gong, der fünf Mal schlägt, dazu auf, sich im Schneidersitz zu setzen.
  5. Die Tee-Utensilien werden nun nach genauen Regeln gereinigt und das Wasser erwärmt.
  6. Bei der Teezeremonie wird meist Matcha angerührt. Die erste Tasse wird dem Hauptgast übergeben, welcher nach einem kleinen Ritual ungefähr 3 Schlücke zu sich nimmt und die Tasse anschliessend an die anderen Gäste weitergibt.
  7. Wichtig ist natürlich, dass man genug Tee für alle Gäste übrig lässt.
  8. Die Tasse wird nun von Gast zu Gast gereicht und ab und zu wird der Tassenrand abgewischt. Die Gespräche sollen sich auch nur über Themen innerhalb des Teeraumes beziehen.
  9. Harmonie und Respekt sind die wichtigsten Bestandteile der Zeremonie.

Eine Teezeremonie im eigenen Zuhause

Den besonderen Teemoment der japanischen Teezeremonie kann man aber auch nach persönlichen Vorlieben im eigenen Zuhause erleben. Besonders empfehlenswert sind hierbei Chanoyu Teesorten, die nach originalen japanischen Rezepten hergestellt und von ausgebildeten Teemeistern zusammengestellt werden.

Chanoyu Tee

Bei der Teezeremonie ist es wichtig, dass man sich genügend Zeit nimmt und sich bereits bei der Teezubereitung im Moment bewegt. Zudem sollten die einzelnen Schritte sehr achtsam ausgeführt werden, wie beispielsweise den Tee zuerst zu riechen, vielleicht auch sogar zu fühlen und ihn erst dann in die Tasse zu füllen. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, sollte auch unbedingt versuchen zu meditieren und sich Gedanken über sich selbst und das Bewusstsein zu machen: “Kein Moment kann reproduziert werden. Alles ist vergänglich!” Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, hin und wieder im Moment zu leben und den Moment auch wirklich wahrzunehmen.

Tags
chanoyu, japanisch, tee, teezeremonie,

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.