Europas schönste Silvester-Traditionen – so feiern unsere Nachbarn

Bald ist es wieder so weit: wir zelebrieren das Ende des Jahres. In der Schweiz feiern wir Silvester traditionell mit gutem Essen, ganz viel Feuerwerk, Sekt und Zinngiessen, doch nicht überall in Europa wird das Jahr 2018 gleich begrüsst.

Wir erklären dir, warum du in Spanien auf keinen Fall ohne Weintrauben aus dem Haus gehen darfst und wieso in Tschechien ein Jahreswechsel ohne Äpfel beinahe undenkbar wäre.

Von Götter und Geistern

Aber warum heisst der Jahreswechsel eigentlich Silvester und wieso feiern wir diesen Tag genau an diesem Datum?

Der 31. Dezember ist der Namenstag von “Silvester”, ein Name den wir hierzulande relativ selten hören, in anderen Ländern aber recht geläufig ist. Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet “Waldmensch”.

Bis im 16. Jahrhundert endeten die Jahre jeweils am 24.12., im Jahre 1582 wurde der Jahreswechsel auf den 31. Dezember verlegt, dem Sterbedatum des Papstes Silvester I.

Obwohl der Name von unserem Jahreswechsel also eine Verbindung zum Christentum hat, stammt die eigentliche Tradition von den Germanen, von damaligen Christen auch Heiden genannt.

Die Heiden glaubten, dass der Kriegsgott Wotan während den “Rauhnächten”, den kältesten und dunkelsten Nächten im Jahr, sein Unwesen treibe. Der letzte Tag im Dezember liegt genau in der Mitte dieser Nächte und wurde darum sehr gefürchtet.

Die Germanen veranstalteten deshalb in dieser Nacht viel Lärm und zündeten Holzräder an, welche sie brennend ins Tal rollen liessen um böse Geister zu vertreiben.

Feuer

Daher stammt unsere Tradition, an Silvester Feuerwerkskörper zu zünden.

Italiener feiern in Dessous

Bei unserem Nachbar im Süden ist es gar nicht unüblich, zu Weihnachten rote Unterwäsche zu verschenken. Auch die Dessous-Läden und Kaufhäuser setzen jeweils spätestens an Weihnachten auf Wäsche-Auslagen ganz in rot.

Geschenk rot

Nicht nur die Damen verfolgen diese Tradition, rote Boxershorts verkaufen sich während dieser Zeit ebenfalls ausserordentlich gut.

Die Tradition besagt, dass wer in roter Unterwäsche ins neue Jahr rutscht, Glück erwartet.

Zu essen gibt es bei den Italienern Schweinshaxe und Linsen. Die Linsen sind in vielen Ländern als Silvesterspeise beliebt, durch ihre münzähnliche Form versprechen sie Geldsegen.

Franzosen mögen keine Feuerwerke

Die Franzosen lassen Silvester ruhiger angehen. Feuerwerke gibt es eher selten, in vielen Städten sind Böller sogar untersagt. Ganz stereotypisch feiern sie stilvoll mit einem guten Abendessen und Champagner bei Freunden oder Verwandten.

Esstisch

Wer trotzdem Lust auf etwas Party hat ist in der Champs-Elysées gut aufgehoben. Tausende Personen feiern auf dieser Straße den Jahreswechsel und wünschen sich ein frohes neues Jahr.

Briten singen

In Grossbritannien versammelt man sich an Silvester gerne zu Hunderttausenden beim Riesenrad “London Eye”. Ein riesiges Feuerwerk wird gezündet und sogar im live im Fernsehen übertragen. Mit dem Lied “Auld Lang Syne wird seit Ewigkeiten das neue Jahr begrüsst.

Silvester Feuerwerk London Eye

Spanier essen Trauben

Eine spezielle Silvester-Tradition pflegt man in Spanien. Um Mitternacht schlägt eine Glocke, am Puerta del Sol in Madrid, genau 12 mal und das wird sogar im Fernsehen übertragen. Zu jedem Glockenschlag steckt man sich eine Traube in den Mund und falls man sich verzählt, erwartet einem Unglück im neuen Jahr. Der Brauch geht so weit, dass Supermärkte Plastiktütchen mit 12 “Uvas de la suerte”, also den Weintrauben, verkaufen.

Uvas de la suerte

Der Ursprung dieser Tradition stammt aus dem Jahr 1909, in diesem Jahr war die Traubenernte extrem ertragreich. Um die vielen Trauben loszuwerden, wurde der Brauch um die 12 Weintrauben geschaffen.

In Spanien wird übrigens ebenfalls in roter Unterwäsche das neue Jahr eingeleitet.

Schotten brauchen einen starken Magen

Wer einen sensiblen Magen hat wird nicht begeistert von Schottlands Festtag für den Jahreswechsel, dem Hogmanay, sein. Traditionell wird an Silvester Haggis gegessen, Schafsmagen gefüllt mit Innereien.

Ebenfalls wird “First Footing” zelebriert, bei dem Leute mit einem Glas Whiskey, einem Stück Kohle, einem Früchtebrot, Salz und Shortbread umherziehen und bei Fremden zu Hause eingelassen werden. Das soll Glück im neuen Jahr bringen. Dabei wird ein Getränk namens “Hot Pint” ausgeschenkt. Das ist ein Getränk aus Ale, Muskatnuss, Eiern, Zucker und Whiskey. Prost!

Hot Pint

Griechen spielen

Vom Abend des 31. Dezember bis zum Morgengrauen vom 1. Januar wird bei den Griechen hauptsächlich eines gemacht: gezockt! Zuhause oder im Kasino, legal oder illegal, wird ein dreistelliger Millionenbetrag in dieser Nacht verzockt, am liebsten bei Kartenspielen. Wer gewinnt, den erwartet Glück im neuen Jahr, wer verliert, wird dafür Glück in der Liebe haben.

Silvester Kartenspiel

Eine andere Silvester-Tradition ist Backen von Basiliusbrot. Im Brotteig wird eine Münze versteckt und wer drauf beisst, wird ein gutes Jahr haben.

Bulgaren werden geschlagen

Bei den Bulgaren hagelt es zu Silvester Schläge – von einem Ast des Kornelkirschbaums. Der Neujahrsbrauch wird oft von Kindern durchgeführt. Sie nehmen einen Ast dieses Baumes und schmücken ihn bunt, daraus wird dann eine Surwatschka.

In der Silvesternacht und am Neujahrstag gehen die Kinder von Tür zu Tür, schlagen den Bewohnern mit ihrer Rute auf den Rücken und wünschen ein glückliches und gesundes neues Jahr. Als Belohnung bekommen die Kinder dafür kleine Geschenke wie Kuchen, Früchte oder Kleingeld.

Süssigkeiten

Tschechen befragen Äpfel

Durch Bleigiessen wird ähnlich wie bei uns die Zukunft gedeutet. Der Blei wurde übrigens vor vielen Jahren durch Zinn ersetzt, da Blei sehr giftig ist.

Noch bekannter als das Bleigießen zu Silvester ist allerdings das Apfel-Orakel. Dabei wird ein Apfel halbiert und das Kerngehäuse analysiert. Bilden die Kerne ein Kreuz, droht einem Unheil in der Zukunft, sieht man eine Sternenform kann man sich auf ein glückliches Jahr freuen.

Apfel

Für den finanziellen Erfolg wird auch in Tschechien traditionell Linsen gegessen.

Und was machst du an Silvester? Hast du eine spezielle Tradition oder warst du schon mal an Silvester in einem anderen Land?
Erzähl uns von deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

2 Antworten auf „Europas schönste Silvester-Traditionen – so feiern unsere Nachbarn“

  1. Wunderbarer Beitrag. Was mir fehlt sind die Deutschen und die Oesterreicher als Nachbarn mit ihren Traditionen. Vielleicht gibt es ja da noch einige Zeilen zu schreiben.

    1. Hallo Kunigunde
      Es freut uns sehr, dass du unsere Blogbeiträge gerne liest!

      Deutschland und Österreich teilen viele Traditionen mit der Schweiz, so läuten zum Beispiel in allen drei Ländern die Kirchenglocken um Mitternacht, vielerorts werden Feuerwerke gezündet und zuvor wurde oft Fondue oder Raclette gegessen.
      Die Traditionen unterscheiden sich also minimal, abgesehen von regionalen Spezialitäten wie die Perchtenläufe in Österreich feiern wir relativ ähnlich.

      Wir wünschen dir weiterhin einen guten Start ins 2018.

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