Frische Alpenkräuter: Heilkräfte aus den Schweizer Bergen

Neben den vielen Freuden, welche das Verweilen in den Bergen mit sich bringt, gibt es eine die die meisten überragt: frische Kräuter, an deren Geschmack und Geruch du dich immer erinnern wirst sobald du deine Augen schliesst. In diesem Beitrag erfährst du mehr über die Heilkraft von Alpenkräuter und wie du sie in deinen Alltag integrieren kannst.

Nach einer langen Wanderung oder einem Tag Skifahren in den schweizer Alpen gibt es nichts Angenehmeres wie eine heisse Tasse Tee. Und wenn der Tee dann auch noch von Kräutern gemacht wird, die frisch aus den Alpen kommen, ist der Genuss umso toller.

Die Alpen sind ein Paradies für Botaniker und alle die ein Interesse an der Flora haben. Etwa 4500 verschiedene Pflanzenarten sind in den Alpen zu finden. Viele davon sind endemisch und angepasst an die harten und strengen Klimabedingungen der Höhe.

Matterhorn Alpenkräuter

Die Alpen sind zwar das Zuhause von tausenden von medizinischen und essbaren Pflanzen, jedoch sind auch viele davon unter Naturschutz, wie zum Beispiel Edelweiss oder Arnika. Die Konservation dieser Pflanzentypen ist essenziell, deshalb sollte man informiert sein welche Pflanzen aktuelle auf der roten Liste von bedrohten Pflanzenarten stehen.

Sand-Thymian – Thymus serpyllum

Sand-Thymian ist einer der sagenhaftesten Kräuter, die dir in den Alpen begegnen werden. Sie riecht unglaublich gut und schmeckt auch herrlich! Es ist ein exzellentes Heilmittel für Husten, Entzündungen und Halsschmerzen. Es fördert allgemein die Gesundheit, warum du es auch jeden Tag als Tee trinken könntest oder Gerichten als Gewürz beifügen kannst ohne Nebeneffekte.

Sand-Thymian

Du findest dieses aromatischen Zwergstrauch in sonnigen Regionen, in trockenen und steppe Feldern und warmen, felsigen oder sandigen Böden von Tal bis in 2800 m.ü.M. Sammle die Blätter und Blumen in der Blütezeit, gib sie in eine Tasse und giesse einfach heisses Wasser darüber. Lass es dann für 5-10 Minuten ziehen.

Falls du nicht die Möglichkeit hast diesen frisch zu pflücken kann man ihn auch getrocknet kaufen. Thymian hat auch in Form von Öl heilende Wirkungen. Ganz einfach mit einer Duftlampe oder einem Duftstein verwenden um Husten und Halsschmerzen entgegen zu wirken.

Kamille – matricaria Chamomilla

Kamille ist eine der bekanntesten und weitverbreitetsten Kräuter. Sie ist als Tee in fast jedem Haushalt anzutreffen. Doch auch hier, wenn man das Kraut selber pflückt und den Tee frisch aufgiesst schmeckt er nochmals um Welten besser!

Kamille

Kamille besitzt entzündungshemmende, antibakterielle und krampfhemmende Eigenschaften. Es hat zudem eine entspannende Wirkung, weil es ein natürliches Beruhigungsmittel ist. Trinke am Abend vor dem Schlafengehen Kamillentee oder gib ein bisschen Kamillenöl in deine Duftlampe oder auf deinen Duftstein für einen besonders erholsamen Schlaf.

Dieses Kraut bevorzugt sonnige und warme Stellen auf Felder, Weiden und Wälder, aber auch Strassenränder oder andere sonnige, gut entwässerte Terrains. Such und finde sie in den Weiden rund um Interlaken zum Beispiel.

Pass aber auf, denn es gibt viele ähnlich-aussehende Arten wie Kamille, z.B. Leucanthemum vulgare oder Tanacetum corybosum, diese besitzen jedoch keine heilende Wirkungen. Man kann Kamille am besten an ihrem Starken Geruch erkennen. Die anderen Arten sehen zwar fast gleich aus, riechen jedoch nicht.

Spitzwegerich – Plantago lanceolata

Spitzwegerich ist ein Wildkraut, welches sehr häufig anzutreffen ist. Sie wächst auf Wanderwege, am Strassenrand und in Felder. Sie ist für ihre Heilkraft bei Lungenbeschwerden bekannt. Die basalen Blätter haben die Form einer Rosette und ihre Blumenstiele können bis 50 cm hoch wachsen. Die Blumen sind so klar erkennbar, dass du sie nicht verpassen kannst!

Spitzwegerich

Spitzwegerich hilft nicht nur bei Lungenbeschwerden sondern hat auch gute Fähigkeiten bei der Wundheilung. Wenn du dich in der freien Natur verletzt und weder Pflaster noch Desinfektionsmittel dabei hast, hilft es ein paar Spitzwegerichblätter zu zerkauen und auf die Wunde zu legen.

Edelweiss – entopodium nivale

Edelweiss ist dein botanischer bester Freund. Es wird traditional in der Volksmedizin bei Bauchschmerzen und Atemwegkrankheiten verwendet. Es wird am häufigsten gegen Durchfall und Husten gebraucht. Am beliebtesten ist die Zubereitung mit heisser Milch und Honig, jedoch kannst du es natürlich auch als Tee zubereiten.

Edelweiss

Edelweiss kann bis zu 20 cm hoch wachsen, mit fünf bis sechs kleinen Blumenköpfen, welche von weissen Blütenblätter, in Sternenformation, umgeben sind. Sie blüht zwischen Juli und September. Sie wachst gerne an felsigen Kalkstein Stellen in der Höhe und sie lässt eine Art wolliges Haar auf ihren Blütenblätter wachsen, um diese vor der Kälte und UV-Strahlen zu schützen.

Arnika – arnica montana

Bergarnika ist die Art von Arnika, welche am meisten für pflanzliche Heilung verwendet wird. Sie ist in den hohen Felder der Alpen anzutreffen. Sie ist in der Schweiz endemisch sowie in anderen Bergregionen Europas. Auch Menschen, die keine anderen pflanzlichen Heilmittel verwenden oder kennen, kennen meist die Heilkraft von Arnika. Es ist einfach zu verwenden und in der Form von Öl, Salbe oder Creme erhältlich. Es ist ein Produkt welches du, falls noch nicht vorhanden, Teil der Ausstattung deines Medizinschranks machen sollst.

Arnica Montana

Die gelben Blüten sind voller sesquiterpenen Laktone, Flavonoide und anderen Stoffwechselprodukte, welche viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Das Arnika öl ist ein tolles, entzündungshemmendes Mittel. Es verschnellert die Heilung von Weichgewebe, hilft bei Schwellungen, verstärkt den Blutfluss an geschädigten Stellen und hilft Schmerzen zu lindern. Arnika wird auch zur Linderung von Schmerzen bei Arthritis und Rheuma verwendet, sowie bei Muskelüberanstrengung.

Arnika sollte aber nie bei offenen Wunden verwendet werden oder gegessen werden! Es kann zu Hautirritationen führen.

Dach-Hauswurz – sempervivum tectorum

Und jetzt zu einer Pflanze der etwas anderen Art. Wieso nicht noch einen gesunden Snack auf der Wanderung in den Alpen pflücken? Die wunderschöne Hauswurz ist nicht nur eine Zierpflanze, sondern auch ein altertümliches Heilmittel, und komplett essbar! Schäle die dünne Haut vom Hauswurzblatt und iss es – es ist knusprig und angenehm sauer.

Dach-Hauswurz

Der Saft der Hauswurz ist äusserts gesund und hat ähnliche Möglichkeiten der Nutzung zu Aloe Vera. Wenn dich eine Ohrinfektion plagt, presse etwas Saft in das schmerzende Ohr und es wird den Schmerz sofort lindern. Weitere Ideen zur Verwendung von Hauswurz findest du zum Beispiel hier.

Kennst du noch weitere Kräuter aus den Alpen welche heilende Wirkungen haben? Wie integrierst du sie in deinen Alltag? Teile deine Tipps mit uns in den Kommentaren!

3 Antworten auf „Frische Alpenkräuter: Heilkräfte aus den Schweizer Bergen“

  1. Bei dem Bild der Arnica montana muss wohl ein Fehler passiert sein.
    die richtige Arnica montana Pflanze hat grundstängie meist eine vierblättrige Rosette, Stängelblatt gegenständig, eiförmig, am Ende spitz verlaufend.
    Blütenblätter wirken meistens wie „zerzaust“ aus, zugenförmig

    1. Liebe Helen, herzlichen Dank für dein Kommentar und deinen Hinweis. Du hast Recht 🙂 Wir hatten das falsche Bild verwendet. Sorry! Wurde jetzt angepasst
      Liebe Grüsse und einen schönen Tag 🙂 Dein Kaia Team

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