Gesund kochen mit Bio-Qualität

Etwa drei Viertel der Verbraucher kaufen regelmäßig Bio Produkte. Und das mit gutem Grund: wir wünschen uns gesunde Lebensmittel, die keine chemischen Rückstände enthalten. Außerdem ist uns eine artgerechte Tierhaltung genauso wichtig wie die regionale Herkunft der Produkte. Bauern, die ökologisch anbauen und dabei unser Klima und die Umwelt schützen, sind bei der örtlichen Kundschaft beliebt wie nie.

Aber was genau bedeutet “Bio”? Sind Bio-Lebensmittel wirklich gesünder für dich und deine Familie? Das erfährst du in diesem Blogpost!
Nicht verpassen: am Ende des Beitrags haben wir zwei leckere Bio-Rezeptideen für dich.

Was genau bedeutet Bio?

Die Knospe, das geschützte schweizer Bio-Siegel darf nur verwenden, wer nachweislich ökologisch anbaut, keine Gentechnik verwendet und keine chemischen Pflanzenschutzmittel oder Dünger verwenden. Außerdem dürfen Lebensmittel nicht ionisierend bestrahlt werden, die Nutztierhaltung unterliegt strengen Vorgaben und nur in Notfällen darf mit Antibiotika behandelt werden.

Das bionetz Schweiz verspricht, dass zertifizierte Unternehmen einmal jährlich kontrolliert werden. Falls ein Unternehmen verdächtigt wird, die Vorgaben nicht zu erfüllen, wird ein zweite und unangekündigte Kontrolle vorgenommen.

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Facts and Figures von bio Suisse

  • 2 Jahre dauert es im Schnitt, bis ein Betrieb nach bio Suisse-Standards umgestellt ist. Während diesem Prozess wird zum Beispiel die Erde entgiftet, dazu können auch Effektive Mikroorganismen verwendet werden. Über Effektive Mikroorganismen haben wir in unserem letzten Blog geschrieben.
  • Für Betriebe in der Umstellungsphase gibt es ein eigenes Siegel, die Umstellungs-Knospe.
  • 50% mehr gesundheitsfördernde Omega-3-Fettsäuren enthalten Milch und Fleisch von Tieren mit gras-basierter Fütterung.
  • 5 Quadratmeter stehen jeder Bio-Legehenne zur Verfügung.Biosuisse
  • 6’140 Schweizer Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe gibt es, die nach den Richtlinien von Bio Suisse produzieren.
  • Beinahe 900 lizenzierte Partner stellen Knospe-Lebensmittel her oder handeln damit.
  • Last but not least: 140’000 Hektar Landwirtschaftsfläche (14% der gesamten schweizer Landwirtschaftsfläche) wird derzeit biologisch bewirtschaftet.

Weniger Pestizide

Wie bereits erwähnt, dürfen biologische Lebensmittel nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Da verwundert die Erkenntnis nicht, dass bei Untersuchungen von Bio-Produkten 0,003 Milligramm Pestizidrückstände pro Kilogramm gefunden wurden. Bei konventionellem Obst und Gemüse sind es bereits durchschnittlich 0,4 Milligramm pro Kilogramm!

Pestizide sind meistens Cocktails aus verschiedenen Wirkstoffen, zum Beispiel gegen Unkraut, Insekten oder Pilze. Sie können sowohl gespritzt als auch als Saatgutbehandlung benutzt werden.

Pestizid

Pestizide stehen im Verdacht krebserregend und erbgutverändernd zu sein. Da wir sie nicht nur direkt durch behandelte Lebensmittel zu uns nehmen, sondern auch über unser Wasser und das Fleisch, kumulieren sie sich im Laufe unseres Lebens. Über die Langzeitwirkung von Pestiziden in unseren Körpern ist bislang noch nicht viel bekannt.

Höhere Nährstoffdichte von Bio Produkten

Dieser Fakt ist umstritten, dennoch haben bereits einige Studien ergeben, dass Bio-Lebensmittel einen höheren Nährstoffgehalt als herkömmliche Produkte haben. Der Grund dafür kann sein, dass die Erde regelmäßig entgiftet wird oder dass die Tiere hauptsächlich mit Gras gefüttert werden.

Bio-Produkte

Ist Bio wirklich nachhaltig und umweltfreundlich?

Nachhaltigkeit bedeutet, den Generationen nach uns genauso die Chance auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu lassen wie uns selber. Ökologische Landwirtschaft entspricht diesem Grundsatz weitgehend. Ökologischer Landbau bringt gegenüber konventionellem Anbau viele Vorteile mit sich, Bio-Bauern fördern zum Beispiel durch organische Düngung die Fruchtbarkeit des Bodens und die Flora und Fauna wird in ihrer Artenvielfalt unterstützt. Da biologische Betriebe auf synthetische Dünger und chemische Pflanzenschutzmittel verzichten, verbrauchen sie weniger Energie pro Hektar, außerdem wird das Grundwasser nicht mit diesen Mitteln verschmutzt.

Landwirtschaft

Ein Problem ist mittlerweile, dass die Nachfrage nach Bio Produkten nicht mehr regional befriedigt werden kann. Dadurch werden immer mehr Lebensmittel importiert und so sind bio Produkte doch nicht immer die umweltfreundlichste Alternative. Einige Produkte wie Kaffee oder Reis werden beinahe ausschließlich in weit entfernten Ländern produziert. Dass hier unbedingt auf das Fairtrade-Siegel geachtet werden muss, ist weitgehend bekannt. Eine positive Entwicklung ist hierbei, dass immer mehr Produkte auch ökologisch angebaut werden und so zusätzlich auch das Bio-Siegel tragen dürfen!

Warum sind Bio Produkte teurer?

Da Bio-Bauern keine chemischen Pflanzenschutzmittel benutzen, müssen sie viele Prozesse von Hand machen. So haben sie einen größeren Arbeitsaufwand und weniger Ertrag. Außerdem wird jeweils etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Fläche mit sogenannten Leguminosen, Pflanzen welche der Erde bei der Erholung helfen, bepflanzt. Diese Pflanzen sind meistens nur als Futterpflanzen verwendbar und erwirtschaften deshalb keinen Ertrag. Für die Verarbeitung von Bio Produkten müssen statt künstlichen Farbstoffe oder Aromen natürliche Alternativen verwendet werden. Da diese hochwertiger sind und aufwändiger in der Verarbeitung, entstehen auch hier höhere Kosten und ein größerer Arbeitsaufwand.

Bio produkte

Bio Produkte sind im Supermarkt teurer. Die wahren Kosten von Billig-Lebensmittel verstecken sich aber zum Beispiel in den Steuern: Wasserwerke müssen chemische Pflanzenschutzmittel aus dem Wasser filtern. Oder die hohen Gesundheitskosten: wir sind länger krank und verursachen höhere Arzneimittelkosten, da sich durch den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung Resistenzen gebildet haben.

Schnelle Bio-Rezeptideen

Grundsätzlich kannst du jedes Rezept Bio nachkochen, wir haben in der Rezeptsammlung von Bio Suisse gestöbert und zwei Rezepte gefunden die wir am liebsten heute Mittag gleich nachkochen würden. Beide sind neben Bio auch noch vegetarisch. En Guete!

Panierte Bio-Riesenchampignons mit Frischkäse

Zutaten für 4 Personen

8 Bio-Riesenchampignons (ca. 500 g)
1 Bio-Ei

Panade:
100 g Bio-Paniermehl
1-2 TL Bio-Paprika
2/3 TL Salz
Pfeffer

Füllung:
150 g Bio-Doppelrahmfrischkäse
1-2 EL fein geschnittener Bio-Schnittlauch zum Garnieren

Champignons

Zubereitung:

  1. Champignons mit einem Pinsel reinigen, Stiele herausdrehen. Champignons und Stiele im Ei wenden.
  2. Panade: Alle Zutaten mischen, Champignons und Stiele darin wenden.
  3. Champignons bei schwacher bis mittlerer Glut 10-15 Minuten, Stiele 5-10 Minuten grillieren. Regelmäßig wenden und überwachen.
  4. Frischkäse in die Pilze füllen, garnieren.

Bio-Spaghetti mit Kohlrabisauce

Zutaten für 4 Personen

1 Bio-Zwiebel, fein gehackt
1 Bio-Knoblauchzehe, gepresst
Bio-Butter zum Dämpfen
2 Bio-Kohlrabi, ca. 500 g, geschält, klein gewürfelt
1,5 dl Bio-Gemüsebouillon
2 dl Bio-Halbrahm
½ Bund Bio-Schnittlauch, fein geschnitten
Salz
Pfeffer

400-500 g Bio-Spaghetti
wenig Bio-Butter zum Verfeinern
2-3 zarte Bio-Kohlrabi-Blättchen, in feine Streifen geschnitten

50 g Bio-Mandelstifte, geröstet
½ Bund Bio-Schnittlauch, fein geschnitten

Spaghetti

Zubereitung:

  1. Sauce: Zwiebel und Knoblauch und Kohlrabi in der Butter andämpfen. Mit Bouillon ablöschen, zugedeckt knapp weich kochen. Rahm beifügen, sämig einkochen. Schnittlauch zufügen, würzen.
  2. Spaghetti in siedendem Salzwasser al dente kochen, abgießen, mit Butter verfeinern. Spaghetti mit Kohlrabiblätter-Streifchen mischen, in vorgewärmte Schalen geben. Sauce darübergeben, mit Mandelstiften und Schnittlauch bestreuen.
Wir wünschen dir viel Spass beim Ausprobieren dieser feinen Rezepte!
Hast du bereits komplett auf Bio umgestellt und Tipps für Bio-Neulinge? Lass sie uns in den Kommentaren wissen!

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