Die Helden unter den Haustieren – Bienen und Würmer

Bienen und Würmer sind nicht die ersten Wörter, die in einer Konversation über Haustiere fallen. Dennoch gewinnen beide immer mehr an Beliebtheit, denn sie sind nicht nur äußerst unkompliziert in der Unterbringung oder nützlich für uns und die Umwelt – sie sind sogar überlebensnotwendig!

Wie Würmer oder Bienen am besten gehalten werden, welche Vorteile sie dir verschaffen und auf was beim gemeinsamen Zusammenleben geachtet werden muss erfährst du in diesem Blogpost!

Würmer – die kleinen Kompostmaschinen

Dass Abfall unbedingt getrennt werden muss, ist mittlerweile in fast jedem Haushalt angekommen. Karton, Glas oder PET wird separiert und wann immer möglich recycelt. Aber was ist mit den Küchenabfällen? Die kleine Plastikbox auf dem Fenstersims mag niemand und das Leeren ist ein unbeliebtes Ämtchen.

Die Lösung des Problems hat einen Namen: Wurmkiste!

Wurmkiste

Eine ausgeklügelte Holzkiste wird mit Küchenabfällen gefüllt und (extra für diesen Zweck gekauften) Würmern als Zuhause vorgestellt. Die Würmer essen sich folglich dankbar durch die Abfälle und hinterlassen wertvollen Wurmhumus.

Der Wurmhumus ist besonders bei Gärtnern extrem beliebt, denn er ist unglaublich nährstoffreich und wirkt als Dünger bei kraftlosen Pflanzen wahre Wunder.

Fun Fact: Wurmhumus ist bereits mehr wert als Erdöl!

Habe ich dann wilde Würmer in der Wohnung? – Die Fakten

Die Wurmkiste stinkt nicht.

Eine gut gepflegte Wurmkiste sollte nach Walderde riechen, falls Gerüche entstehen, ist der Inhalt entweder zu nass oder zu trocken. Du kannst die Kiste sogar bedenkenlos IN der Wohnung haben!

Die Würmer bleiben in der Kiste – garantiert!

Denn die Würmer möchten nirgends anders lieber sein als bei ihrem Futter. Ausserdem würden sie es sowieso nicht aus der Kiste schaffen, da sie fest verschlossen ist.

Deine Würmer sind keine Allesfresser.

Deine Wurmkiste ist keine Biotonne, in die du alles hineinwerfen kannst. Abfälle wie Chemikalien, Knochen oder fest gesalzene Esswaren mögen die Würmer zum Beispiel gar nicht.

Du bist ganz bestimmt ein/e tolle/r Wurm-Papa oder Wurm-Mama.

Die Handhabung der Wurmkiste ist wirklich einfach und wenn du dich darauf achtest, dass der Kompost weder zu feucht noch zu nass ist, wirst du viel Freude an deinen neuen Haustieren haben. Einen interessanten Erfahrungsbericht hat übrigensTheresa Steiniger von Wohnwagon geschrieben.

Bienen – die freundlichen Lebensretter

„Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, prophezeite bereits Albert Einstein.

Immer mehr Bienen verschwinden und obwohl sie sogar Eiszeiten getrotzt haben, stirbt jährlich fast jedes dritte Bienenvolk.

Bienen

Warum geht der Bienenbestand weltweit zurück?

Dafür gibt es viele Faktoren. Einer davon sind die heutzutage üblichen Monokulturen (Felder mit bloss einer Pflanzenart, zum Beispiel Raps, Mais oder Roggen), die jeweils gleichzeitig blühen. Nach der Ernte sind dann ganz plötzlich keine Blüten mehr da und die Bienen müssen hungern.

Bienen und auch Hummel brauchen Naturwiesen mit vielen unterschiedlichen Pflanzen, welche nacheinander blühen und so Nahrung über einen langen Zeitraum hinweg sicherstellen. Leider sind solche Wiesen nicht profitabel und so verschwinden jährlich etwa 7% der Naturwiesen.

Wildblumenwiese

Ein anderer Grund ist die Varroamilbe. Das ameisengrosse Tierchen wurde in den 70er Jahren aus Asien eingeschleppt und kann ganze Bienenvölker vernichten. Vor allem der Brut schadet die Milbe, denn sie saugt das Blut der Larven.

Letztendlich sind Pestizide ebenfalls nicht unerheblich am Massensterben beteiligt.

Insektizide werden zur Bekämpfung von Schädlingen wie Pilzen, Insekten oder Vögeln gespritzt. Das Problem ist, dass die Gifte sich auch wenn die Pflanze wächst, überall verteilen und sogar in den Pollen nachgewiesen werden können.

Bienen sammeln die Pollen und den Nektar und nehmen so das Gift auf. Studien haben nachgewiesen, dass Pestizide zum Beispiel das Gedächtnis der Insekten beeinträchtigt!

Wie würde die Welt ohne Bienen aussehen?

Die meisten Pflanzen vermehren sich per Bestäubung, oft reicht die alleinige Verteilung der Pollen durch den Wind nicht. Bienen und Hummel fliegen von Blüte zu Blüte und bestäuben so rund 80% unserer Nutz- und Wildpflanzen.

Wenn diese Arbeit wegfallen würde, wären die Folgen der Ernteausfälle fatal. Unzählige Menschen wären von Vitaminmangel betroffen, Herz-Kreislauferkrankungen und einige Krebsarten würden rapid zunehmen.

Dürre

Obst und Gemüse wären Luxusgüter, denn die Bestäubung von Hand durch den Menschen ist zwar zu einem kleinen Teil möglich, verursacht aber einen massiven Aufwand. Die Preise für Lebensmittel wären so hoch, dass nur noch die Reichsten sich eine ausgewogene Ernährung leisten könnten.

In China sind durch das Spritzen von Pestiziden ortsweise bereits alle Insekten ausgelöscht worden, Arbeiter gehen tatsächlich mit Wattestäbchen von Pflanze zu Pflanze.

Wie können wir die Bienen retten?

Du kannst einige Dinge für den Erhalt unserer Bienen machen. Wenn du einen Garten hast, kannst du zum Beispiel eine Wildblumenmischung sähen. Das sieht hübsch aus und die Bienen, Hummel und Schmetterlinge werden es dir herzlich danken.

Saisonale Lebensmittel aus regionaler, ökologischer Landwirtschaft sind meistens viel bienenfreundlicher als Importwaren, denn es wird auf Pestizide verzichtet. Welche weiteren Vorteile regionale Produkte dir verschaffen, haben wir übrigens in diesem Blogbeitrag erzählt.

Oftmals unterschätzt wird die Bestäubungs-Arbeit der Wildbienen, denn entgegen der weit verbreiteten Meinung werden nicht alle Bienenvölker von einem Imker betreut.

Genau diesen Wildbienen fehlt oftmals ein geeignetes Zuhause, denn Flächen werden verbaut und Totholz aus Gärten und Wäldern entfernt.

Auch du kannst diesen Bienen ein neues Daheim bieten, Wildbienenhotels erfreuen sich zunehmend an Beliebtheit! Der Begriff Hotel ist dabei etwas irreführend, denn die Bienen wünschen sich längerfristig eine Niederlassung.

Bienenhotel

Du kannst das Bienenhotel entweder selber machen, dafür gibt es unzählige Anleitungen im Netz, oder aber ein bereits Vorgefertigtes bestellen.

Neben dem Artenerhalt haben diese Hotels den Vorteil, dass die unterschiedlichsten Bienenarten aus nächster Nähe beobachtet werden können, schliesslich gibt es über 600 verschiedene Arten in der Schweiz!

Hast auch du ein spezielles Haustier? Oder setzt du dich ebenfalls für den Erhalt unserer Tier- und Pflanzenwelt ein? Erzähle uns in den Kommentaren von deinen Erfahrungen!

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