Natürliche Kosmetik – Selbst gemacht

Natürliche Kosmetik erlebt seit einigen Jahren einen Hype. Die traditionelle Kosmetikindustrie benutzt für die Herstellung vieler ihrer Produkte billige Mineralöle, die der Haut schaden können und einen negativen Einfluss auf den menschlichen Organismus haben. Naturkosmetik verzichtet auf viele allergieauslösende Inhaltsstoffe, doch bei sensibler Haut können auch natürliche Stoffe Reaktionen auslösen. Mit selbst hergestellter, natürlicher Kosmetik geht man in punkto Zutatenliste auf Nummer sicher. In diesem Beitrag findet ihr einige Hintergrundinformationen und Grundrezepte um eure eigene Kosmetik zu Hause herzustellen.

Kosmetik selbst gemacht

Marken wie Dr. Hauschka oder Weleda haben mit ihren natürlichen Produkten, den Kosmetikmarkt vor Jahren aufgemischt. Viele weitere Kosmetiklinien, die auf synthetische Zusatzstoffe verzichten, haben es ihnen nachgemacht. Doch oft ist man mit den Fachausdrücken auf der kleingeschriebenen Zutatenliste überfordert, was nun genau im Produkt vorhanden ist. Möchte man wirklich sicher gehen, nur die gewünschten Zutaten in der verwendeten Kosmetik zu haben, so könnte man sie am Besten selber herstellen

Risiken von konventioneller Kosmetik

Mineralöle

Viele konventionelle Beautyprodukte verwenden Stoffe, die als Abfallprodukte der Mineralölindustrie anfallen. Dazu gehören unter anderem Glycerin, Paraffine oder Silikone. Paraffine, zum Beispiel, bilden auf der Haut eine wasserundurchlässige Schicht, deshalb werden sie oft bei der Produktion von Lippenstiften eingesetzt. Bei natürlicher Kosmetik werden dafür pflanzliche Öle oder Wachse verwendet.

Konservierungsstoffe

Um Produkte haltbar zu machen, werden ihnen synthetisch hergestellte Konservierungsstoffe zugesetzt, die eine antibakterielle Wirkung haben. Bei einigen Menschen, können diese Stoffe Kontaktallergien auslösen.

Ähnlich problematisch sind Parabene, die aufgrund ihrer hormonähnlichen Wirkung, die Haut durchlässiger für Wirkstoffe und damit auch für Schadstoffe machen. Naturkosmetik verwendet  dagegen natürliche Konservierungsstoffe, die nur ein niedriges Allergierisiko haben.

Natürliche Kosmetik

Düfte und Farben

Duften Produkte sehr stark oder haben sie eine intensive Farbe, ist dies oft wegen künstlich hergestellten Duft- und Farbstoffen. Diese Stoffe haben eine reizende Wirkung und können ebenfalls zu allergischen Reaktionen führen.

Stellt man die Kosmetikprodukte selbst her, sorgen ätherische Öle oder Blütenwasser für einen angenehmen Duft.  Nur sehr sensible Haut sollte auf alle Duft- und Farbstoffe verzichten, da es auch hier zu Reizungen kommen kann.

Tierversuche

Konventionelle Kosmetik testet ihre Produkte an Tieren. Wer dies vermeiden möchte, kauft Kosmetik, die ausdrücklich ein entsprechendes Label für tierversuchsfreie Produkte trägt. Oder stellt die eigenen Produkte, wie unten beschrieben, selbst her.

Mehr zu den üblichen Giftstoffen in konventioneller Kosmetik und den empfohlenen Labels für Naturkosmetik findet ihr hier.

Dies gilt es bei selbst gemachter Kosmetik zu beachten

Stellt du deine natürliche Kosmetik selber her, solltest du darauf achten, dass deine Arbeitsfläche und dein Arbeitsmaterial sehr sauber sind. Sterilisiere deine Löffel, Fläschchen, Tiegel etc. in heissem Wasser und anschliessend mit Isopropylalkohol, bevor du sie für die Produktion verwendest oder zum Abfüllen bereit stellst.  

Falls du deine Cremes in Tiegel füllst, entnehmen sie jeweils mit einem Löffel oder Spachtel, damit keine Bakterien von den Fingern in den Tiegel gelangen. Denn das macht deine Creme weniger haltbar. 

Rezepte

Folgende Produkte lassen sich ganz einfach und mit wenigen Zutaten selbst zuhause herstellen.

  1. Gesichtscreme
  2. Deo
  3. Gesichtsmaske
  4. Mandel-Teebaumöl-Gesichtspeeling
  5. Waschcreme
  6. Belebendes Fussbad
  7. Shampoo

 

Gesichtscreme (aus dem Buch “The Glow”)

Zutaten für ca. 90 ml:

The Glow - Das Buch

Zubereitung:

  1. Shea-, Kakao- und Mangobutter in einer Schüssel über einem Wasserbad bei geringer Hitze schmelzen (darauf achten, dass die Schüssel das Wasser im Topf nicht berührt). Die flüssige Mischung vom Herd nehmen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
  2. Jojoba-, Wildrosen-, Nachtkerzenöl, Glyzerin und Vitamin E hinzugeben.
  3. Mit einem kleinen Schneebesen cremig aufschlagen, die Masse in einen sterilisierten Tiegel füllen und eine Stunde lang im Kühlschrank aushärten lassen.

Natürliches Deo

Zutaten:

Zubereitung:

  1. In einer Schüssel die Sheabutter und das Kokosöl kräftig mit einer Gabel verrühren, bis eine cremige, homogene Masse entstanden ist.
  2. Weiterrühren, bis die Creme dick aber geschmeidig ist (falls zu dünn, etwas mehr Pfeilwurzpulver, falls zu fest, mehr Kokosöl hinzufügen)
  3. Die ätherischen Öle hinzufügen, nochmals vermischen und in ein Gefäss, welches nicht aus Kunststoff ist, umfüllen.

Anwendung: Nach dem Duschen oder Baden, eine kleine Menge der Creme unter den Achseln verteilen.

Lagerung und Haltbarkeit: Bei Zimmertemperatur (oder falls es sehr warm ist, im Kühlschrank) lagern. Die Creme ist 6 Monate haltbar.  Bei täglicher Anwendung reicht die angegebene Menge für 1-2 Monate.

Sheabutter

Gesichtsmaske

Zutaten für 2 Anwendungen:

  • Fruchtfleisch von 1 Kiwi
  • 3 EL Fruchtfleisch von 1 reifen Papaya
  • 1 EL Kokosöl (erwärmt)
  • 1 TL cremiger Honig (Rohkostqualität)

Dieses kleine Wundermittel strotzt vor aktiven Fruchtenzymen und beinhaltet zwei wichtige natürliche Mikronährstoffe für die Haut: Vitamin C für die Kollagenbildung und Vitamin E, das vor freien Radikalen und damit verbundener Hautalterung schützt.

Zubereitung:

  1. Das Fruchtfleisch der Kiwi durch ein feines Sieb passieren
  2. Zusammen mit den restlichen Zutaten in einer Schüssel oder in einem Standmixer zu einer glatten Paste vermischen
  3. Die Mischung mind. 20 Minuten im Kühlschrank kühlen und etwas fester werden lassen

Anwendung: Creme auf Gesicht und Dekolleté auftragen. 10-15 Minuten einwirken lassen und anschliessend mit warmem Wasser abspülen.

Lagerung: Luftdicht verschlossen lässt sich die Paste 2 Tage im Kühlschrank lagern.

Manukahonig

Mandel-Teebaumöl-Gesichtspeeling

Zutaten für 1 Anwendung:

Die Haferflocken enthalten hautberuhigende Wirkstoffe und können Entzündungen lindern. Zusammen mit den gemahlenen Mandeln sorgen sie für ein sanftes Peeling, während der Apfelessig das Hautbild klärt und das Teebaumöl antibakteriell wirkt. Der Zusatz von Natron sorgt für ein noch intensiveres Peeling und porentiefe Reinigung, kann aber auch weggelassen werden.

Zubereitung:

  1. In einer Schüssel alle Zutaten gründlich vermischen.
  2. Die Masse auf die feuchte Haut auftragen und sanft einmassieren (die empfindliche Augenpartie dabei aussparen)
  3. Danach gründlich mit Wasser abspülen

Möchtest du weitere Peelings ausprobieren, so findest du hier einige Ideen.

Teebaumöl

Waschcreme für jeden Tag

Zutaten:

Als Basis empfiehlt sich für diese Waschcreme die natürliche Seife von Dr. Bronner. Mit ätherischen Ölen lässt sich dafür ein individueller Duft zusammenstellen und das Vitamin-E-Öl wirkt als Konservierungsmittel. Somit könnte auch die doppelte Menge als Vorrat hergestellt werden.

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten in eine sich dicht verschliessende Flasche füllen und durch Schütteln vermischen.
  2. Vor jedem Gebrauch die Flasche nochmals gründlich schütteln.

Haltbarkeit: ca. 3 Monate

Naturseife

Belebendes Fussbad

Zutaten:

Bittersalz ist ein beliebtes Naturheilmittel, welches durch Bäder gut über die Haut aufgenommen werden kann. Das darin enthaltene Magnesium fördert die Muskelentspannung und unterstützt einen tiefen Schlaf. Sulfat kurbelt die Entgiftung des Körpers an und die ätherischen Öle wirken wie eine Express-Aromatherapie.

Zubereitung:

Alle Zutaten in einer kleinen Wanne mit warmem Wasser vermischen. Einen bequemen Sitz einnehmen und die Füsse 15-20 Minuten in die Salzlösung setzen. Anschliessend die Füsse abtrocknen und entspannen.

Bittersalz

Shampoo

Zutaten:

  • 4-5 EL Roggenmehl
  • 250-300 ml lauwarmes Wasser

Die Stärke im Roggenmehl fungiert als milder Emulgator und bindet Wasser und Fett. So kann überschüssiger Talg und Schmutz aus dem Haar gezogen werden. Da Roggen keine austrocknende Tenside enthält, fetten die Haare nicht mehr so schnell nach und die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe pflegen das Haar.

Zubereitung:

Beide Zutaten in einer kleinen Schale anrühren und ein paar Minuten ziehen lassen. Die Mischung auf die nassen Haare und die Kopfhaut einmassieren, kurz einwirken lassen und gründlich auswaschen.

Weitere Tipps zur natürlichen Haarpflege findest du hier.

 

Machst du deine Kosmetik schon selbst? Oder möchtest du es gerne ausprobieren? Teile deine Erfahrungen und deine Meinung mit uns in den Kommentaren!

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.