No more Food Waste: Wie du Zuhause dagegen vorgehen kannst

Wir alle kennen das Dilemma: Wir gehen Einkaufen, überschätzen uns und kaufen zu viel. Das Brot wird hart, die Äpfel werden runzelig und der Salat beginnt zu faulen. Es bleibt uns nichts anderes übrig als die Lebensmittel zu entsorgen. In diesem Beitrag versuchen wir dieses Problem mit unseren Tipps für dich zu lösen. Am Ende findest du noch drei leckere Rezepte, welche du aus Resten zaubern kannst.

Was ist Food Waste?

Wir haben mehr Nahrungsmittel zur Verfügung als wir benötigen. Der Unterschied zwischen der verfügbaren Menge und dem, was wir effektiv konsumieren, nennen wir Food Losses und Food Waste. Losses bezeichnen Lebensmittel, die in den Produktionsverfahren verloren gehen und deshalb nie bis zu den Konsumenten gelangen. Waste sind Produkte, die wir in unserem täglichen Konsum nicht verwerten, weil wir zu viel eingekauft haben, die Portion im Restaurant zu gross war oder weil wir einfach keine Lust mehr auf die übrigen Pommes im Teller haben. Genau diesen Waste können und müssen wir vermeiden.

Brotkrümel

Wieso wollen wir Food Waste vermeiden?

Rund ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel geht zwischen Feld und Teller verloren oder wird verschwendet. Fast die Hälfte der Abfälle wird in Haushalten und der Gastronomie verursacht: Pro Person landen hier täglich 320 Gramm einwandfreie Lebensmittel im Abfall. Dies entspricht fast einer ganzen Mahlzeit.

Fest steht: die Verluste müssen verringert und die Verschwendung gestoppt werden – für die Menschen und ihre natürliche Umwelt. Die hohen Lebensmittelverluste haben weitreichende Auswirkungen auf Natur und Mensch. Die Produktion von Lebensmitteln verursacht 30 Prozent aller Umweltbelastungen. Werfen wir Lebensmittel in den Abfall, werden knappe Ressourcen wie Wasser, Böden und fossile Energieträger unnötig belastet. Weggeworfene Lebensmittel verursachen in der Schweiz Mehrkosten in Milliardenhöhe und belasten das Haushaltsbudget unnötig. Gleichzeitig verknappt eine durch Verluste erhöhte Nachfrage das weltweite Angebot an Lebensmitteln, während die Ernährungssicherheit vieler Menschen nicht garantiert ist.

4 Tipps um Food Waste zu vermeiden

1. Kaufe nur so viel du brauchst

  • Plane deinen Wochenbedarf und erstelle eine Einkaufsliste.
  • Bevor du einkaufen gehst, wirf einen Blick in den Kühlschrank um zu sehen, was noch da ist.
  • Kaufe nur was du brauchst.
  • Gib kleinen oder unverpackten Portionen den Vorzug und sei vorsichtig mit Aktionen – nur kaufen, wenn du sie auch wirklich konsumieren wirst.
  • Kaufe wenn immer möglich lokal und saisonal.
  • Iss etwas Kleines vor dem Einkauf. Ein knurrender Magen wird dich dazu verleiten, mehr zu kaufen als du brauchst.
  • Bewusstes Einkaufen macht dir das Leben allgemein einfacher. Hier kannst du noch mehr dazu lesen.

Einkaufsliste

2. Lagere deine Lebensmittel um ihre Haltbarkeit zu verlängern

  • Zu verbrauchen bis“, „Zu verkaufen bis“ und „Mindestens haltbar bis“ haben unterschiedliche Bedeutungen. Wenn das Datum „zu verbrauchen bis“ überschritten wurde, solltest du die Lebensmittel nicht mehr konsumieren. Leicht verderbliche Produkte wie Eier, Fleisch und Fisch müssen vom Verkäufer so deklariert werden. Ansonsten gilt: Orientiere dich nicht nur an den Daten, sondern vertraue auf deine Sinne. Sehe, rieche und schmecke um herauszufinden, ob die Lebensmittel noch geniessbar sind.
  • Bewahre Essensreste in durchsichtigen Behältern auf. Platziere sie so, dass du sie nicht vergisst und konsumiere sie innerhalb von 1 bis 3 Tagen.
  • Hast du zu viel eingekauft und kannst nicht alles davon essen? Die meisten Lebensmittel können eingefroren werden. Brot bis zu drei Monaten und gewisse tierische Produkte bis zu einem Jahr.
  • Verwende das first-in-first-out-Prinzip für verderbliche Lebensmittel wie Früchte und Gemüse: Ältere Produkte kommen nach vorne, was neu in den Kühlschrank kommt, geht nach hinten.
  • Weitere Tipps zu wie du was lagern kannst findest du hier.

Kleinere Portionen zubereiten und servieren

  • Hier eine Kartoffel zu viel, dort ein kleiner Rest Pasta im Topf. Es sind oft kleine Portionen, die übrig bleiben und dann entsorgt werden. Der beste Trick, dies zu umgehen: Schon vor dem Kochen richtig portionieren.
  • Serviere kleinere Portionen und schöpfe nach, falls du noch immer hungrig bist.
  • Wenn dennoch etwas übrig bleibt: Richtig lagern, dann kannst du es zu einem späteren Zeitpunkt geniessen oder daraus ein neues Menü zaubern. Oder nimm die Resten deines Abendessens am nächsten Tag mit zur Arbeit.

Richtige Portionen vor dem Kochen

Führe eine Restenverwertungs-Tag ein

  • Widme einen Tag pro Woche der Restenverwertung, wenn du Resten hast von anderen Tage und keine Lust, lange in der Küche zu stehen.
  • Keine Lust, nochmals die gleichen Resten zu Essen? Verwandle die Resten in ein neues Menü. Hast du zum Beispiel schon einmal daran gedacht, aus Kräuterresten ein leckeres Pesto zu zaubern?
  • Weisst du nicht, was du kochen sollst? Fehlt dir für dein Rezept eine Zutat? Bestimmt lässt es sich umwandeln – lass deiner Kreativität freien Lauf!

Mit Resten kochen

Um deine Kreativität ein wenig zu unterstützen, haben wir hier drei Rezepte die dir auf die Sprünge helfen sollen bei deiner Restenverwertung:

Konfitüre

Konfitüre

Zutaten:

Genügend ältere Früchte

Zubereitung:

Die schon leicht beschädigten Früchte in kleine Stücke schneiden und verfaulte Stellen entfernen. Früchte wiegen und danach mit der gleichen Menge Gelierzucker in eine Pfanne geben. Je nach Belieben kannst du auch mehr oder weniger Gelierzucker verwenden. Früchte unter ständiger Beobachtung nicht allzu heiss einkochen. Wenn die Masse geliert eliert, kann die Konfitüre in kleine Gläser abgefüllt werden. Da diese Konfitüre keine Zitronensäure enthält, sollte man sie möglichst bald geniessen. Die Konfitüre passt hervorragend zu Fotzelschnitten, welche aus altem Brot zubereitet werden können.

Risottoplätzli

Risottoresten können super wiederverwertet werden. Unser Vorschlag: Als panierte Plätzli mit Salat.

Zutaten:

Risottoresten, Parmesan oder anderer Reibkäse, Mehl, Ei und Paniermehl

Zubereitung:

Risotto mit Parmesan- oder Sbrinz Käse gut mischen, bis die Masse klebrig wird. Masse auf einem Blech oder Teller flach streichen. Risottoresten im Blech oder Teller über Nacht im Kühlschrank kalt stellen. Je nach Hunger kleinere oder grössere Portionen schneiden. Risottoresten kurz in Mehl wenden, in verquirltem Ei baden und danach mit Paniermehl panieren. Risotto-Plätzli in Butterbraten, bis sie goldgelb sind. Frischen saisonalen Salat dazu servieren. So kommen die Plätzli aus Risottoresten besonders gut an. En Guete.

Gemüsesuppe

Gemüsesuppe

Zutaten:

Gemüseresten – z.B. Kartoffeln, Karotten, Erbsen und Tomaten

Zubereitung:

Alles kurz aufkochen, nach Belieben Bouillon, Rahm oder einen Sugo dazugeben und gut vermischen. Super simpel und das Beste daran: So kannst du immer wieder Foodwaste vorbeugen und musst nichts wegwerfen!

Bekämpfst du in deinem zuhause auch Food Waste? Teile deine Tipps und Lieblingsrezepte zur Resteverwertung in den Kommentaren!

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