Slow Fashion: diesen Anti-Trend darfst du nicht verpassen

Unsere moderne Mode- und Einkaufskultur ermutigt was wir unter dem Namen ,,Fast Fashion’’ kennen. Was genau ,,Fast Fashion’’ und ihre gegen Bewegung ,Slow Fashion sind erfährst du in diesem Beitrag!

Hast du schon Mal deinen Schrank aufgemacht, das Meer an Kleidern angestarrt und das Gefühl gehabt, rein gar nichts zum Anziehen zu haben? Hast du trotz dem Überfluss an Kleidern viele Stücke, die du nicht mehr trägst, weil sie eingegangen sind, verwaschen sind oder nicht den aktuellen Trends entsprechen? Wenn du diese Erfahrung gemacht hast bist du nicht allein.

Fast Fashion: Produktion und Marketing

Fast Fashion beschreibt, wie die Bezeichnung schon sagt, «Modetrends» die durch Kurzlebigkeit des In-Seins bestimmten werden. Viele Modehäuser legen darum bis zu vier Kollektionen im Jahr auf, Must-haves, die man sich schnell noch zu meist günstigen Preisen zulegt. Mehr zu Ideen über wie die Organisation in deinem Kleiderschrank optimieren kannst findest du hier.

Fast Fashion

Ganze 7 Kilogramm Altkleider wirft der Schweizer jedes Jahr in die Altkleidersammlung, in den Nachbarländern sieht es nicht viel anders aus. Und trotzdem sind unsere Kleiderschränke überfüllt. Oftmals muss die saisonale Kleidung für die neuen Teile Platz machen, die man wieder einmal zum Schnäppchenpreis ergattert hat. Doch diese Form des Konsums hat einen hohen Preis. Nicht unbedingt für den eigenen Geldbeutel, denn die Modeschnäppchen kosten in der Regel nur wenig. Dafür aber umso mehr für die Umwelt und all jene Näherinnen, die die Fast Fashion in Billiglohnländern unter schlechten Bedingungen produzieren. Immer mehr Designer lehnen diese kurzlebige Mode jedoch mit all ihren Folgen ab und produzieren nach den Grundsätzen der Slow Fashion.

Laut der Greenpeace-Studie „Giftige Garne. Der große Textilien-Test von Greenpeace“, ist Zara die führende Fast Fashion-Marke. Sie kann innerhalb von 7 bis 30 Tagen eine Bekleidungslinie zusammenstellen und Bestseller innerhalb von nur fünf Tagen an Filialen nachliefern. Dies impliziert, dass die Vorlaufzeiten für die Produktion nicht mehr viele Monate betragen, sondern nur noch einige Wochen. Daher sind die Unternehmer gezwungen, die Stoffe im Voraus zu disponieren und in ausgewählten Produktgruppen entweder näher am Absatzmarkt zu produzieren oder teurere Transportwege in Kauf zu nehmen.

Die vielen Nachteile von Fast Fashion

Die Nachteile der Modeerscheinung Fast Fashion sind zahlreich: Zum einen haben heutzutage deutsche Verbraucher laut Greenpeace viermal so viel Kleidung im Kleiderschrank wie noch im Jahre 1980. Darunter befinden sich jedoch im Schnitt 20 Teile, die nie getragen werden. Auch die Kombination aus schlechter Qualität und niedrigen Preisen führt zu einer kürzeren Nutzungsdauer der Kleider und fördert die Wegwerfmentalität.

Zum anderen, was vielen Verbrauchern nicht bewusst ist: Die Massenproduktion – in Deutschland werden pro Jahr über 800.000 Tonnen Textilien importiert – erfordert einen hohen Chemikalieneinsatz in den meist asiatischen Herstellungsländern.

Kleider Produktion

Pro Jahr werden weltweit rund 80 Milliarden Kleidungsstücke produziert. Durch den Produktionsdruck werden Lieferanten zur Einhaltung immer knapperer Liefertermine gedrängt. Diese Massnahmen fördern Lohnkürzungen und ökologisch unverantwortlichen Praktiken. Das führt dazu, dass Massenproduktionen, meist in asiatischen Herstellungsländern einen erhöhten Chemikalieneinsatz fordern. Doch selbst geringe Chemikalien Rückstände in einzelnen Textilien führen bei der Masse von Kleidung zur großflächigen Verbreitung schädlicher Substanzen auf der ganzen Welt.

Slow Fashion, in jeglicher Hinsicht fair

Ein neuer Trend scheint dem nun entgegenwirken zu wollen, Slow Fashion soll die Kurzlebigkeit von Modetrends ablösen oder zumindest eine Alternative darstellen. Slow Fashion kann verschiedene Wege gehen, alle haben jedoch gemeinsam, dass sie nachhaltig sind. Slow Fashion schont die Umwelt, ihre teils unwiederbringlichen Ressourcen, und ist so letztlich ein Klimaschützer. Ausserdem vereint es idealer Weise alle Attribute grüner, öko, bio oder fairer, Recycling- und ethischer Mode oder besetzt zumindest einen Teil der Anforderungen dieser Mode-«Trends». Und dies entlang der ganzen Produktionskette, bis hin zu einem langen Leben bei ihrer Trägerin und ihrem Träger.

Slow Fashion versucht nicht in Konflikt mit Mensch und Natur zu treten und hat kein schnelles Verfallsdatum wie massenproduzierte Ware. Sie zeichnet sich aus durch Langlebigkeit, ist oftmals regional produziert und setzt dabei auf hohe Qualitätsstandards.

Kleidung

Genauso wie die Slow Food-, Slow Travel-, Slow Living-, Slow Gardening- oder andere gesellschaftliche «Langsam»-Bewegungen. Gemeinsam haben alle, dass sie sich eine Bedachtheit, aber keinesfalls Schlafmützigkeit zum Credo gemacht haben.

Gründe auf Slow Fashion umzustellen

Slow Fashion ist langlebig

Sie ist Kleidung, die uns lange begleitet. Das beginnt beim Stoff, der mit Sorgfalt hergestellt wird. Die Produktionskette ist kurz und bleibt für alle Beteiligten überschaubar. Slow Fashion braucht kaum chemische Ausstattung, damit die Stoffe dem Design genügen. Die hochwertige Verarbeitung entspricht der Qualität des Materials. Slow Fashion hat eine hohe Haltbarkeit, weil sie länger als eine Saison halten will. Der Hersteller steht persönlich für sein Produkt ein. Schnitte und Farben müssen nicht klassisch oder konservativ sein; Slow Fashion ist keine Saisonware; an Slow Fashion sieht man sich nicht schnell satt.

Farbige Stoffreste

Slow Fashion zielt auf Perfektionierung

Slow Fashion zeichnet sich nicht dadurch aus, dass sie etwas ganz Neues auf dem Markt darstellt. Viel wichtiger ist der Aspekt einer immer weiter verbesserten und bewährten Qualität, die auf die Gewohnheiten der Menschen zugeschnitten ist. Bei Slow Fashion kommen sowohl bewährte Fertigungstechniken und Materialien wie neue Technologien und Produktionsmethoden zum Einsatz. Slow Fashion ist nachhaltig und zukunftstauglich.

Slow Fashion ist auratisch

Die Slow Fashion Kleidung bringt die Ausstrahlung der Person, die sie trägt, zur Geltung. Slow Fashion degradiert ihren Träger nicht zum Statisten, sondern verstärkt wie eine Resonanz Schicht die Persönlichkeit des Menschen, der sie trägt. Dieser Trend verlangt einen mündigen Nutzer, der seiner eigenen Identität und seinem eigenen Stil vertraut.

Slow Fashion ist uns nahe

Sie ist Mode, die uns kleidet, und umgibt. Nichts ist unserem Körper ständig so nah auf der Haut wie unsere Kleider. Slow Fashion ist wie eine zweite Haut.

Hose

Slow Fashion erzählt eine Geschichte

Langsam produzierte Kleidung hat eine Herkunft, die man ihr ansieht. Man spürt den Ort, von dem sie stammt und sieht die Zeit, in der sie entstanden ist. Slow Fashion erzählt diese Geschichten aktiv in Form einer lebendigen Kommunikation zwischen Hersteller, Werkstück und Träger.

Schweizer Designer, die Slow Fashion herstellen:

Slow Fashion kann auch modern sein: Die Schweizer Modedesignerin Christina Krämer setzt auf trendige Mode aus Naturmaterialien. Aus Bio-Seide und Baumwolle entwirft sie schicke und modische Green Fashion in knalligen Farben.

Das neue Modelabel Inspiring setzt auf sportlich elegante Kleidung, die aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt wird – Green Fashion vom Feinsten!

Hessnatur setzt bei seiner Mode ausschliesslich auf natürliche Materialien. Leuchtende Farben und verspielte Schnitte machen die Green Fashion von hessnatur zu einem absoluten Must-Have.

Auch das Schweizer Mode-Unternehmen Mammut setzt auf Green Fashion. Die sportliche Funktionsmode, welche in verschiedenen Farben und Formen angeboten wird, besteht aus nachhaltig gefertigten Materialien.

Sowie die Mode von Switcher gibt es immer mehr Green Fashion auf dem Markt. Noch dazu aus der Schweiz. Zukunftsforscher sagen: Nachhaltige Mode wird einen Trend wie den Biolebensmittel-Boom auslösen. Auch aufgrund der vielen Skandale in asiatischen Fabriken.

Fashion Show

Setzt du auch schon auf Slow Fashion? Was sind deine Lieblingsmarken, die diesem Trend nachkommen?


Yonamo Messe

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