Vegane Mode: stylisch, vielseitig und tierfreundlich

Veganismus ist heutzutage ein weit diskutiertes Thema. Fast alle wissen, wie man sich vegan ernährt, was gegessen werden darf und was nicht. Doch wie geht vegane Mode? Welche Materialien dürfen getragen werden und welche nicht? In diesem Beitrag erhältst du die Antworten auf diese Fragen, erfährst wo du tierfreie Mode findest und auf was du dich beim Einkauf achten solltest.

Vegan leben – nicht nur beim Essen

Veganismus bedeutet, bewusst auf tierische Produkte zu verzichten. Bei der Ernährung sind die Grenzen klarer ersichtlich als bei der Bekleidung.

Sobald man aber weiss, auf was man sich achten muss, ist es eigentlich ganz einfach, vegane Mode zu finden.

Funfact: Veganuary ist eine Wohltätigkeitsorganisation, welche Menschen versucht dazu zu bewegen, den veganen Lifestyle für den Monat Januar auszuprobieren.

Hier verstecken sich tierische Produkte

Diese Materialien werden von Tieren gewonnen und sind deshalb nicht vegan:

  • Pelz
  • Leder
  • Wolle (Angora, Kaschmir, Alpaka, Kamelhaar, Mohair, Lama, Filz)
  • Daunen
  • Seide

Warum man weder Pelz noch Leder tragen sollte, ist den meisten Leuten klar.

Pelzkragen

Besonders bei Seide ist aber vielen nicht bewusst, dass dafür ein Tier leiden musste. Um an die Seide zu gelangen, wird gewartet bis die Raupen Seidenspinners, einer Nachtfalterart, sich einen Kokon aus einem bis zu 900 Meter langen Seidenfaden spinnen. Danach werden die Raupen entfernt und der Seidenfaden zu Stoff gewebt.

Die freundlichen Alternativen

Heutzutage gibt es unzählige Alternativen zu tierischen Produkten. Einige sind pflanzlicher Herkunft, andere wurden synthetisch hergestellt oder aus regenerierter Cellulose geschaffen. Alle haben ihre Vorzüge und Nachteile, einen Punkt haben sie aber gemeinsam: es musste garantiert kein Tier dafür leiden.

Schaf

Pflanzenfasern

Baumwolle:

Baumwolle ist eine alte Kulturpflanze, welche in den Tropen und Subtropen wächst. Aus den Samenhaaren wir die Baumwollfaser, eine Naturfaser, gewonnen. Baumwolle gilt als sehr hautfreundlich und hat ein sehr geringes Allergiepotenzial. Außerdem ist Baumwolle sehr pflegeleicht.

Leinen:

Als Leinen oder Flachs wird das Gewebe aus Leins bezeichnet. Die Faser wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Leinen ist sehr reissfest, knittert jedoch schnell. Am besten mit Schonwaschgang waschen um Langlebigkeit zu unterstützen.

Baumwolle und Leinen eignen sich gut für:

  • Hosen und Jeans
  • Gürtel
  • Anzüge und Krawatten
  • T-Shirts
  • Blusen und Hemde
  • Pullover
  • Schuhe
  • Geldbörsen und Taschen
  • Mäntel und Jacken und Socken

Stoff vegan

Hanf:

Hanffasern sind die Fasern aus dem Bast der Hanfpflanze, sie werden vom Stängel der Hanfpflanze gewonnen. Weil Hanf einen groberen Faserbündel aufweist, wird die Faser meist für Ober- und Arbeitskleider verwendet oder für Schuhe, Taschen und Gürtel.

Synthetische Fasern

Polyester:

Die Polyesterfaser ist sehr vielseitig und ist darum die am häufigsten verwendete synthetische Faser. Sie ist sehr reiß- und scheuerfest und nimmt kaum Feuchtigkeit auf. Sie eignet sich zur Produktion für fast jedes Kleidungsstück.

Polyamid:

Polyamid ist sehr elastisch, aber auch reiss- und scheuerfest. Der daraus gewonnene Stoff knittert kaum. Polyamid kann sich bei dauerhafter Hitze verformen. Eignet sich für Hosen und Jeans, Anzüge und Krawatten, Blusen und Hemde, Socken und Mäntel und Jacken.

In den USA kennt man Polyamid als Nylon, eine Bezeichnung welche bei uns auch anzutreffen ist. Nicht verwirren lassen, Polyamid und Nylon sind das Gleiche!

Fasern aus regenerierter Cellulose

Viskose:

Viskose, früher als Kunstseide bezeichnet, wird aus reiner Zellulose hauptsächlich Buchen- und Pinienholz, zunehmend aber auch aus Eukalyptus und Bambus, hergestellt. Sie ist mit ihren Eigenschaften Baumwolle sehr ähnlich und wird darum auch fast universell als Stoff verwendet. Eignet sich für Unterwäsche bis Kissenbezüge.

Lyocell:

Lyocell wird wie Viskose aus Holzfasern gewonnen. Die Faser wird in vielen Bereichen genutzt, etwa für die Herstellung von jeans-ähnlichen Stoffen, Unterwäsche, Sportbekleidung  und Bettwäsche. Lyocell ist auch wegen ihrem umweltschonenden Herstellungsprozess sehr beliebt.

Modal:

Modal wird hauptsächlich aus Buchenholz gewonnen. Im Gegensatz zu anderen Fasern aus regenerierter Cellulose erreicht man mit Modalfasern höhere Faserfestigkeiten und verbesserte Fasereigenschaften. Ist oft als Gemisch mit anderen Fasern vorzufinden um Reissfestigkeit zu stärken.

Stoff vegan

Cupro:

Cupro wird auch Kupferseide oder Kupferfaser genannt. Ihre Eigenschaften sind ähnlich wie die von Viskose. Sie ist ein atmungsaktiver Stoff und kann sich nicht statisch aufladen. Zudem hat Cupro einen seidigen weichen Griff und ist glatt und glänzend. Auch ist Cupro pflegeleicht und kann gewaschen und gebügelt werden. Eignet sich am besten für leichte Kleidungsstücke wie Sommerkleider, T-Shirts und Blusen.

Gut geplant shoppen

Jetzt kennst du bekanntesten veganen Materialien.

Veganes Shopping

Nun geht es darum, diese beim Einkaufen ganz einfach zu finden. Hier sind unsere Tipps und Tricks dafür:

Überlegen was du brauchst:

Es ist immer am Besten sich bewusst zu sein, was man sucht. Wie du bewusster einkaufen kannst, haben wir dir in diesem Blogbeitrag erklärt.

Gezielt ein Geschäft aussuchen:

Die meisten Läden führen vegane Materialien. Ansonsten gibt es auch spezifische Läden, in denen du nur vegane Mode findest- eine Auflistung davon findest du hier.

Etikette lesen:

Von der Etikette kann man alle Informationen über das Material ablesen.

Preise vergleichen:

Die meisten veganen Produkte kosten weniger als tierische Materialien.

Fragen stellen:

Eine/n VerkäuferIn suchen und diese/n um Hilfe bitten, denn die meisten VerkäuferInnen sind geschult, um dir alle Infos zu den verschiedenen Fasern zu geben.

Fälle, bei denen viel Aufmerksamkeit gefordert wird:

  1. Findet sich auf fast jeder Jeans und ist meistens nicht vegan: Das Patch. An der Rückseite des Jeansbunds bringen die Hersteller ein Schildchen mit ihrem Logo an. Und bei den meisten Jeansmarken besteht dieses Patch aus Leder. Wenn du also sichergehen möchtest, dass deine Jeans vegan ist, sollte sie entweder gar kein Patch tragen oder eines aus Kunstleder oder Kunstfasern.
  2. Am Thema Klebstoff kommt wer sich für vegane Mode interessiert nicht vorbei. Dieser hält vor allem Schuhe, Jacken und Taschen zusammen, kann aber auch bei anderen Produkten verwendet werden. In Kleber finden sich oft tierische Stoffe. Meistens ist es Kasein, welches aus Milch gewonnen wird. Es kann aber auch Kleber sein, der aus Knochenresten und Tierhäuten gewonnen wird. Die einzige Möglichkeit, dies zu umgehen ist beim Hersteller nachzufragen oder nur Produkte mit Vegan-Siegel kaufen. Vegane Kleber sind zum Beispiel Kleber auf Stärkebasis oder synthetischer Leim.
  3. Ein ähnliches Problem stellt sich den Knöpfen. Viele Hemden, Blusen und Jacken lassen sich mit Knöpfen aus Perlmutt, Muscheln oder Horn schließen. Auch hier ist es leider so, dass Materialien sind, die von Hörner von Tieren oder Muscheln stammen. Deshalb gilt auch bei den Knöpfen, wenn man sich nicht sicher ist, unbedingt nachfragen.

Mit all diesen Tipps und Tricks solltest du jetzt bereit sein für eine vegane Einkaufstour und bald wirst du Kunststoffe und pflanzliche Stoffe im Schlaf von tierischen Produkten  unterscheiden können.

Welche Erfahrungen mit veganer Mode hast du schon gesammelt? Was sind deine veganen Lieblingsmaterialien? Wo kaufst du am liebsten vegane Mode ein? Teile deine Meinung in den Kommentaren mit uns.

 

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