Schwangerschaft: Welche wichtigen Punkte gibt es zu beachten

Eine Schwangerschaft bringt viele Veränderungen mit sich, nicht nur für den weiblichen Körper, sondern auch für den Alltag aller beteiligten Personen. Neues Leben entsteht und dieses freudige Ereignis geht oft mit einem Wechselbad an Gefühlen einher, wo sich Vorfreude und Ängste abwechseln. In den rund 40 Wochen einer Schwangerschaft gibt es immer wieder neue Herausforderungen. Erfahre in diesem Beitrag worauf bei einer Schwangerschaft zu achten ist und was sich in den 3 Trimestern alles verändert.

Schwangerschaft

Die richtige Ernährung

Schon in den ersten Schwangerschaftswochen oder besser noch davor, solltest du darauf achten, genügend Folsäure zu dir zu nehmen. Damit können Fehlbildungen beim Kind verringert werden. Obwohl Folsäure in einigen Lebensmitteln wie Blattgemüse, Weizenkeimen, Vollkornprodukten und in Eigelb enthalten ist, sind die benötigten Mengen an Folsäure bei einer Schwangerschaft nicht genügend gedeckt. Der Körper kann auch keine Folsäure speichern, weshalb es regelmässig als Nahrungsergänzung zugeführt werden sollte.

Nahrungsergänzungsmittel Schwangerschaft & Stillzeit

Nahrungsmittel, die vermieden werden sollten

Während Folsäure ein wichtiger Bestandteil deiner Ernährung sein sollte, gibt es einige Nahrungsmittel, die du während der Schwangerschaft besser vermeidest. Darunter fallen vor allem tierische Rohprodukte:

  • Rohmilch und Rohrahm
  • Butter aus nicht pasteurisierter Milch
  • Weich- und Halbhartkäse aus roher und pasteurisierter Milch
  • Käsesorten mit Edelschimmel (beispielsweise Gorgonzola)
  • Mozzarella aus Rohmilch
  • Feta aus Rohmilch
  • Variationen von rohem Fleisch (beispielsweise Tatar oder Bündnerfleisch)
  • Zubereitungsformen, bei denen Fleisch nicht vollständig durchgegart ist
  • Räucherfisch, rohe Fischsorten (beispielsweise Sushi)
  • ungekochte Meeresfrüchte (wie Austern)
  • rohe Eier
  • Keime und Sprossen

Darüber hinaus sollten Salate und rohes Gemüse vor dem Essen gut gewaschen werden. Da über diese Lebensmittel unter Umständen Infektionen übertragen werden können, die auch für das Kind gefährlich sind, beispielsweise Toxoplasmose oder Listeriose.

Vom Verzehr von Leber, auch wenn gekocht, wird in den ersten 12 Schwangerschaftswochen auch abgeraten, da der hohe Vitamin A-Gehalt sich negativ auf das Ungeborene auswirken kann.

Die berühmte Morgenübelkeit

In den ersten Wochen kommt bei vielen Frauen Morgenübelkeit auf, oder sie verspüren den ganzen Tag über Übelkeit. Einige Tipps, die dagegen wirken können:

  • Iss etwas Kleines, wie zum Beispiel einen Keks, trockenes Brot oder Trockenfrüchte.
  • Sorge dafür, dass dein Blutzuckerspiegel nie zu niedrig wird, indem du regelmässig kleinere Snacks zu dir nimmst oder deine Mahlzeiten auf fünf kleinere statt drei grosse aufteilst.
  • Trinke viel Wasser und Tee mit frischem Ingwer.
  • Der Geruch einer frischen Zitrone kann von der Übelkeit ablenken.
  • Falls du müde oder gestresst bist, kann die Übelkeit schlimmer werden. Deshalb öfters mal entspannen oder meditieren.

Solltest du jedoch unter sehr starker Übelkeit leiden, suche deinen Arzt oder deine Ärztin auf. Denn wenn du dich sehr oft übergeben musst, kann es sein, dass das Baby nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird.

In der Schwangerschaft spricht man von 3 Trimestern, dabei bringt jede ihre eigenen Herausforderungen mit sich:

1. Trimester (0. – 13. Schwangerschaftswoche)

Müdigkeit macht sich breit

Neben den bereits erwähnten Beschwerden, kann sich vor allem im ersten Trimester starke Müdigkeit breit machen. Dagegen kann folgendes helfen:

  • In erster Linie: Hör auf deinen Körper und gönne dir Ruhepausen, wann immer du sie brauchst
  • Gehe abends rechtzeitig ins Bett
  • Halte dir genug Pausen in deinem Terminkalender frei
  • Falls du schon Kinder zuhause hast, dann schick sie auch mal mit Papa, den Grosseltern oder Freunden auf den Spielplatz, damit du mal die Beine hochlegen kannst
  • Spaziergänge an der frischen Luft, leichter Sport und gesunde Ernährung können für etwas mehr Energie sorgen
Sport in der Schwangerschaft

Was in diesen Schwangerschaftswochen zu beachten ist:

Ab der 9. Woche:

Die Hormone können sich auf die Zähne und das Zahnfleisch auswirken. Es empfiehlt sich deshalb intensive Zahnpflege zu betreiben und zur Sicherheit eine Kontrolle beim Zahnarzt zu vereinbaren.

Ab der 12. Woche:

Das Risiko einer Fehlgeburt sinkt stark. Deshalb ist dies meist der Zeitpunkt um Familie, Freunde und Arbeitgeber zu informieren. Beim Heben von schweren Sachen, vorsichtig sein.

Ab der 14. Woche:

Viele schwangere Frauen beklagen sich über eine verstopfte Nase. Der Grund: Durch die stärkere Durchblutung durch das Hormon Progesteron wird nicht nur der ganze Körper besser durchblutet, sondern auch die Nasenschleimhäute, die dadurch anschwellen und die Nase verstopfen.

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2. Trimester (14. – 27. Schwangerschaftswoche)

Das 2. Trimester eignet sich von den 3 Trimestern am Besten zum Verreisen. Der Energielevel ist meist nach der Müdigkeit des 1. Trimesters wieder hoch und der noch wachsende Bauch beeinträchtigt noch nicht so fest wie im 3. Trimester. Da aber ein erhöhtes Thromboserisiko besteht, bei Flugreisen oder längeren Autofahrten immer Stützstrümpfe anziehen.

Ab der 16. Schwangerschaftswoche fängt der Fötus mit der Produktion des Schilddrüsenhormons an. In dieser Phase solltest du ausreichend Jod einnehmen. Sprich dies aber unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ab.

Falls du nicht schon früher damit begonnen hast, solltest du spätestens jetzt Schwangerschaftsstreifen vorbeugen, indem du 1-2 Mal täglich Öl oder eine spezielle Creme gegen Dehnungsstreifen auf deinen Bauch, Oberschenkel, Po und Brust einmassierst.

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Beckenbodentraining beugt einer späteren Blasenschwäche vor und ist hilfreich bei der Geburt. Spanne dafür alle Muskeln des Unterleibs, vom Po bis zur Scheide, gleichzeitig für einige Sekunden an. Entspanne die Muskeln und wiederhole diesen Vorgang einige Male.

Plane ein, wichtige Anschaffungen wie Kinderwagen, Babybett, Baby-Autositz und weiteres rechtzeitig einzukaufen, zu bestellen oder von Freunden und Familie übernehmen zu können.

Was in diesen Schwangerschaftswochen zu beachten ist:

Ab der 19. Woche:

Das Baby hört bereits so gut, dass es auf äussere Geräusche reagiert. Spiel dem Bauch reichlich Musik oder singe Lieder vor.

Zwischen der 20. – 22. Woche:

In dieser Zeit findet meist die 2. routinemässige Ultraschalluntersuchung statt.

Ultraschalluntersuchung

Ab der 22. Woche:

Vergiss nicht, das ungeborene Kind bei der Krankenkasse anzumelden.

3. Trimester (28. – 42. Schwangerschaftswoche)

Wenn du ab der 32. Schwangerschaftswoche noch fliegen möchtest, musst du zuerst klären, bis zu welcher Schwangerschaftswoche die gewünschte Airline Passagierinnen mitfliegen lässt. Manche Airlines lassen dies nicht mehr zu, bei anderen kannst du noch bis zur 36. Schwangerschaftswoche mitfliegen. Oft benötigen die Airlines eine Bestätigung des Arztes oder der Ärztin, ob eine Reise bedenkenlos durchgeführt werden kann.

Die Geburt kommt im letzten Trimester immer näher und der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses hilft sich optimal auf die Geburt vorzubereiten, die Nerven zu beruhigen und letzte Unklarheiten oder brennende Fragen zu klären. Zu diesem Thema gibt es auch viele Bücher, die sowohl für die Schwangerschaft aber auch die ersten Monate oder Jahre danach wertvolle Informationen liefern.

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Kinderkrippenplätze sind sehr begehrt. Falls du nach dem Mutterschaftsurlaub einen Kinderkrippenplatz für dein Kind benötigst, gilt bei der Suche und Reservierung: je früher desto besser. Freie Plätze in der Schweiz sind unter www.kinderkrippen-online.ch einsehbar.

Was in diesen Schwangerschaftswochen zu beachten ist:

Ab der 29. Woche:

Die Gebärmutterwand drückt evtl. bereits gegen andere Organe, wie zum Beispiel den Magen, und du merkst dass du schneller satt bist. Probiere deine Mahlzeiten auf mehrere kleine auszubauen.

Ab der 30. Woche:

Der Bauch wächst weiter und das Schlafen oder Einschlafen kann immer schwieriger werden. Abhilfe kann ein Stillkissen verschaffen, da es den Bauch, Rücken und die Beine besser abstützt.

Stillkissen

Ab der 35. Woche:

Packe deinen Klinik-Koffer inkl. Pyjama oder Nachthemd, dass sich vorne aufknöpfen lässt. So ist es einfacher zum stillen. Auch ein Still-BH sollte nicht fehlen. Packe auf jeden Fall Sachen, in denen du dich wohl fühlst und deine Lieblings-Snacks, um wieder Energie tanken zu können.


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